Steuerung der fünf Flüchtlingsunterkünfte in Nord- und Osthessen

Rotenburg als Zentrale: Neues Konzept für Erstaufnahmeeinrichtung

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Gespannte Zuhörer und ihre Informanten: Das Bürgerforum in Rotenburg hatte zwar nur handverlesene, aber sehr interessierte Zuhörer. Rede und Antwort standen Thomas Baader, Leiter Erstaufnahmeeinrichtung, Peter Lang, Leiter der Polizeistation Rotenburg, David Kiefer, Ehrenamtsbeauftragter der Diakonie, und Stadtrat Klaus Troch.

Rotenburg. Die Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung wird Steuerungszentrale für die fünf Flüchtlingsunterkünfte in Nord- und Osthessen. Das berichtete Einrichtungsleiter Thomas Baader am Mittwoch beim Bürgerforum.

Zwar hatten sich nur wenige Zuhörer im Bürgersaal eingefunden, doch sie erfuhren eine Menge Neues.

Die hessischen Flüchtlingsunterkünfte werden auf 19 reduziert, weitere 19 werden passiv gestellt, das heißt, sie sollen nur bei einer großen Flüchtlingswelle wieder genutzt werden. In der ehemaligen Alheimer-Kaserne wird zudem ein zentrales Lager für Mobiliar und anderen Bedarf der hessischen Flüchtlingsunterkünfte eingerichtet, ein Lagerist soll eingestellt werden. Für die neuen Aufgaben als Steuerungszentrale hat Baader ein Personalkonzept entwickelt. 26 Stellen müssen demnach im Verwaltungsbereich geschaffen werden.

147 Schutzbedürftige

Aktuell sind 700 Flüchtlinge dort untergebracht, sagte Baader. 147 von ihnen gelten als besonders fürsorge- und schutzbedürftig. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Familien mit kleinen Kindern, Schwangere, traumatisierte Flüchtlinge oder welche mit Behinderungen. Dass diese Menschen überwiegend in Rotenburg untergebracht werden, hat bereits Modellcharakter. Jetzt soll ein weiteres Pilotprojekt starten.

Vorschulklassen

Weil es sehr viele Kinder in der Einrichtung gibt und die Flüchtlinge durchschnittlich ein halbes Jahr in Rotenburg bleiben, sollen Kinder im Vorschulalter bereits Schulunterricht erhalten. Wie das organisiert werden kann, wird derzeit in den Ministerien und mit der Einrichtung beraten.

Ehrenamt an der Grenze

Es gibt eine Fülle an Angeboten, die von Ehrenamtlichen geleistet werden. Für einige scheint die Grenze der Belastbarkeit erreicht zu sein, machten sowohl Bürgermeister Christian Grunwald als auch der Ehrenamtskoordinator der Diakonie, David Kiefer, deutlich. Im Bereich Kleiderkammer zum Beispiel müsse man darüber nachdenken, ob sie nicht hauptamtlich organisiert werden soll, weil kein Ende des Bedarfs abzusehen ist, sagt Grunwald. David Kiefer warb um weitere ehrenamtlich Aktive. Besonders für Frauen sollen noch Angebote gemacht werden, auch im

Sport

Mit Thomas Giesler gibt es einen neuen kommunalen Sport-Coach, der Angebote der Vereine und Nachfrage der Flüchtlinge koordinieren soll. Die Nachfrage nach Schwimmkursen ist unter den Flüchtlingen extrem stark. Eine Kooperation mit dem Schwimmverein Neptun und der DRG-Ortsgruppe Rotenburg wird angestrebt.

Liegenschaft Kaserne

Die Sporthalle der Kaserne kann auch weiterhin an vier Tagen in der Woche von Rotenburger Vereinen genutzt werden. Ein entsprechendes Schreiben hat Bürgermeister Grunwald jetzt erhalten. Der Sportplatz in der Kaserne wird ertüchtigt, berichtete der Einrichtungsleiter. Alle Gebäude sollen für bis zu 1000 Flüchtlinge genutzt werden können.

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