Pilotprojekt: In Rotenburg werden Asseln zu Stars

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Pilotprojekt: Das Umweltbildungszentrum Licherode thematisiert die Nachhaltigkeit. Foto: nh

Rotenburg. Die Albert-Schweitzer-Schule in Rotenburg und die Ernst-von-Harnack-Schule in Bad Hersfeld haben mit dem Umweltbildungszentrum in Licherode ein Pilotprojekt zum sogenannten Schuljahr der Nachhaltigkeit gestartet. Jeweils zehn Doppelstunden umfasst die Schulung.

Rotenburg. „Ich hab zuhause das Knöpfe annähen geübt, ich kann es jetzt schon richtig gut“ ruft Zoé, als der Umweltpädagoge Johannes Lutz ins Klassenzimmer der Albert-Schweitzer-Schule in Rotenburg kommt. Maximilian von der Ernst-von-Harnack-Schule in Bad Hersfeld weiß von der letzten Stunde noch, dass „Flugzeuge zwar sehr schnell sind, aber jede Menge CO2 in die Luft blasen.“

Die Themen beginnen beim Klimawandel und führen über Energie, Wärme, Konsum, Müll und Recycling, Papier, Kleidung und Stoffe, Mobilität, Ernährung immer zu derselben Frage: Wie kann ich in meinem direkten Alltagsleben dazu beitragen, dass wir für uns selbst und die folgenden Generationen Ressourcen schonen und erhalten. Reparieren statt Wegwerfen ist die Devise, und so kam auch eine Lernstation zum Knöpfe annähen zustande. Und wer hätte gedacht, dass es gelebten Ressourcenschutz bedeutet, wenn ein Kind den Eltern die Wäsche aufhängt „damit der Trockner diesmal aus bleibt“. Oder wenn - wie in Rotenburg an einer Papierstation im Werkraum ausprobiert - aus Papiermüll neue Briefumschläge entstehen.

Johannes Lutz weiß, dass das sperrige Thema Nachhaltigkeit bei den Kindern nur dann greifen kann, wenn die Unterrichtsbesuche Spaß machen. Daher stellen die Schüler beispielsweise selbst Papier her oder setzen am Baukasten Stromkreise zusammen.

Zu langer Frontalunterricht wird vermieden, und das Lernen findet oft selbständig an vorbereiteten Stationen statt. Auf dem Hof der Harnack-Schule kann sich Lutz auch in den Pausen kaum vor Schülern retten, als die Kinder entdecken, dass es dort die Möglichkeit gibt, Tiere im Komposthaufen zu finden und unter der Lupe anzuschauen. Plötzlich werden Asseln zu Stars.

Entwickelt wurde das Schuljahr der Nachhaltigkeit von Umweltlernen Frankfurt. Im Sinne der hessischen Bildungsinitiative Nachhaltigkeit entwickelt sich das Vorhaben nun in sechs hessischen Modellregionen weiter.

Das Umweltbildungszentrum Licherode ist eines der Zentren, die in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Schulleitern und Klassenlehrern die Projektidee weitertragen. Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit wissen, was nachhaltige Entwicklung bedeutet und was dies für das eigene Handeln heißt. Zoés Knöpfe sind da nur ein erster Schritt. (red/rey)

Quelle: HNA

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