Soldaten der Alheimerkaserne gaben Einblick ins Militärleben

Rotenburg. Wütende Demonstranten, die brüllen und mit Steinen werfen, stürzen auf Soldaten im Schutzanzug zu: Beim Standorttag der Rotenburger Alheimerkaserne bekamen Gäste einen ganz unvermittelten Eindruck nicht nur von der Kaserne, sondern auch vom Soldatenleben im Auslandseinsatz.

Bedrohlich wirkte das Schauspiel einer simulierten Demonstration, bei der die Wut der Protestler in Gewalt gegen Soldaten umschlägt. Soldaten der vierten Kompanie des Feldjägerbataillons 251 gaben vor großem Publikum die aufgebrachte Menge, gegen deren Steinewürfe sich Soldaten hinter einem sogenannten Schilderhaus verbarrikadierten.

Ein Container veranschaulichte, wie diejenigen der Rotenburger Soldaten, die in wenigen Wochen nach Afghanistan aufbrechen, dort wohnen werden: Zu dritt teilen sich die Soldaten den kleinen Raum mit Liegen, Schränken, Tisch und Klimaanlage. Gäste durften die mehrere Kilogramm schwere kugelsichere Weste tragen und an einer Puppe die Rüstung eines Soldaten im Kampfanzug bestaunen, die mit Gewehr, Pistole, Funkgerät und Rucksack ganze 35 Kilogramm wiegt.

Bilder vom Tag in Rotenburg

Letzter Standorttag der Bundeswehr in Rotenburg

Unter den Besuchern waren viele Angehörige oder Männer, deren Wehrdienstzeit weit zurückliegt. Renke Weerts kam mit seinem Sohn aus Bebra und stellte fest, dass sich viel verändert habe. Eine Modenschau demonstrierte dem Publikum die Kleiderwelt der Bundeswehr von der Badehose über den Kampfanzug mit tarnendem Blattwerk auf dem Kopf bis zur Schutzkleidung gegen atomare, biologische und chemische Waffen.

Offen stand auch die Steuerungs-Kabine des sogenannten Tetrapolsystems. Über eine mobile Antenne, die sich bis 25 Meter in die Höhe recken kann, ermöglichen und kontrollieren Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons bei Auslandseinsätzen den Funkverkehr in einem Radius von 25 Kilometern.

An der Gestaltung des Standorttags waren auch über 100 Mitglieder der Reservistenvereinigungen aus der Region beteiligt.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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