Erzbischof zu Besuch im Gemeindezentrum

Rote Mützen und Geschenke

Geistlicher Vater für viele Kinder: Erzbischof Mor Philoxenus Mattias Nayis. Foto: Apel

Bebra. Hoher Besuch in Bebra: Seine Eminenz Mor Philoxenus Mattias Nayis, der Erzbischof der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deutschland (SOKAD), war zu Gast im Gemeindezentrum an der Eisenacher Straße.

Das Interesse ist ähnlich groß – und auch die Freude, als es endlich losgeht, als der sympathische, in Schweden geborene und aufgewachsene, in Damaskus ausgebildete, 2007 zum Bischof geweihte und vor drei Jahren als Erzbischof eingesetzte 38 Jahre alte Würdenträger eintrifft.

Ein Foto mit dem Bischof

Er wird zum Essen eingeladen, und nach Gesprächen mit Gemeindepfarrer Gabriel Safer und Gemeindevorsteher Fehmi Demir begrüßt er die vielen im Untergeschoss des Gemeindezentrums spielenden Kinder. Fast alle Jungen und Mädchen laufen mit Nikolausmützen herum, essen kleine Leckereien, backen, bepinseln Lebkuchen mit Schokolade, singen, basteln, spielen, möchten mit „ihrem“ über das ganze Gesicht strahlenden Bischof fotografiert werden.

Als das Programm in der schönen neuen Kirche, die früher einmal Bundesbahnschule war, beginnt, werden Wunderkerzen angezündet, um dem Geistlichen den Weg zu bereiten. Alle erheben sich, jubeln, und der Mädchenchor der Gemeinde singt auf Aramäisch: „Komm in Frieden, wahrer Hirte!“ Es folgen Begrüßungsworte, und nach einem Engellied berichtet Aydin Izgin -– auf Deutsch – vom Heiligen Nikolaus und von der Sitte, am Vorabend des 6. Dezember einen Stiefel vor die Tür zu stellen und füllen zu lassen. Danach läuten die hinlänglich bekannten, auf aramäisch nicht viel anders klingenden „Jingle Bells“ – ein bisschen auch als Einstimmung auf ein Frage- und Antwortspiel mit dem Bischof. Für richtige Antworten gibt es kleine Geschenke, und später, als der Bischof sich „umgezogen“ hat und in roter Nikolausmontur erscheint, sogar Tragetaschen mit Geschenken. Jedes Kind darf sein Kreuz küssen und sich eine Tasche abholen. Es ist ein ganz besonderer Tag in und für Bebra.

Von Wilfried Apel

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