Waldgasthof Immensee

Ronshausen: Politiker wollen Ausflugslokal statt Flüchtlingsheim

Ronshausen. In der Debatte zum Waldgasthof Immensee, den der Landkreis gerne als dringend benötigte Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge mieten möchte, haben sich Ronshäuser Politiker zu Wort gemeldet. Sie wollen das Ausflugslokal erhalten.

„Wir vertreten die Meinung, dass es unsere Menschenpflicht ist, Flüchtlingen Hilfe zu geben“, schreibt Ronshausens SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Hildebrandt in seinem offenen Brief an den Gemeindevorstand. Aus verschiedenen Gründen halte seine Fraktion aber den Gasthof Immensee nicht für geeignet, Asylsuchende unterzubringen.

„Zum einen wäre den Hilfsbedürftigen besser gedient, wenn die Unterbringung im Ort und nicht weit ab vom Ort erfolgen könnte. Zum anderen sehen wir den funktionierenden gastronomischen Betrieb Immensee als unverzichtbaren Teil der noch verbliebenen Gastronomie in Ronshausen an“, erklärt Hildebrandt.

Private Vertragspartner

Das sieht auch Ronshausens Bürgermeister Markus Becker so: „Ich habe in mehreren vertraulichen Gesprächen versucht, zwischen den Pächtern der etablierten Gastronomie und der Eigentümerin zu vermitteln - leider bislang ohne Erfolg“, sagt Becker. Die Frage der Fortführung der gastronomischen Nutzung der Immobilie Immensee obliege allein den privaten Vertragspartnern. Unabhängig von rechtlichen Zuständigkeiten will sich Becker aber weiter für den Erhalt des Ausflugslokals einsetzen. „Sonst würde eine ganz erhebliche Lücke im gastronomischen Angebot unserer Gemeinde entstehen.“

Als Alternativen im Gespräch mit den Kreisverantwortlichen sind laut Becker zwei derzeit leerstehende größere Immobilien in Ronshausen: das Waldhotel Marbach und eine größere Wohnanlage am östlichen Ortsrand an der Eisenacher Straße. „Nach unserer Überprüfung scheidet das Waldhotel Marbach aus zwei Gründen aus: der Landkreis hätte es kaufen müssen und der Zustand ist schlicht nicht geeignet“, erklärte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz auf Anfrage.

Noch bis zum 15. Mai offen

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Waldgasthof Immensee soll zum Flüchtlingsheim werden

Noch bis zum 15. Mai soll der Betrieb des Waldgasthofs Immensee in gewohnter Weise weitergehen. Das sagte die bisherige Pächterin Ingrid Germeroth. Dann sei nach acht Jahren Schluss, bedauert sie. Sie und ihr Mann Otto hätten den Pachtvertrag gerne verlängert, seien aber vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Drei Festangestellte verlieren dann zudem ihre Arbeit. Die Eigentümerin der Immobilie war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Peter Gottbehüt

Fotos: Der Waldgasthof Immensee

Der Waldgasthof Immensee

Quelle: HNA

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