Ronshäuser Kinderkarneval in Gefahr

Aus für die bunte Fröhlichkeit? Ob das Faschings-Gewusel beim Ronshäuser Kinderkarneval ein Ende hat, das wollen der Vorstand des Kultur- und Carnevalvereins Ronshausen, der sich über enorme Mieterhöhungen beklagt, und die Gemeinde jetzt klären. Foto: nh

Ronshausen. Erstes Opfer auf dem Weg zum Haushaltsausgleich der Schutzschirmkommune Ronshausen ist womöglich der Kinderkarneval des Kultur- und Carnevalvereins (KCV).

„Aufgrund der drastischen Kostensteigerungen für das Haus des Gastes in Ronshausen hat der Vorstand des KCV beschlossen, dass der Kinderkarneval abgesagt wird“, berichtet Pressewart Ralf Heußner.

Am Montag hatten die Gemeindevertreter als Teil der Schutzschirmvorhaben für die Haushaltskonsolidierung eine Erhöhung der Gebühren für das Haus des Gastes um 20 Prozent beschlossen - die HNA berichtete. „Bereits Mitte des Jahres waren die Gebühren dadurch erhöht worden, dass Leistungen, die bisher in den Mietgebühren enthalten waren, neuerdings auf die Miete aufgeschlagen werden“, erklärt Heußner.

Dadurch erhöhe sich die Miete für das Haus des Gastes pro Veranstaltungstag um mindestens 80 Prozent. Für die Prunksitzungen 2014 ergebe sich sogar eine Erhöhung von 96 Prozent - und das bei gleicher Leistung der Gemeinde - rechnet KCV-Vorsitzender Uwe Ziegenbein in einem offenen Brief an den Gemeindevorstand aus.

Der Kinderkarneval, der bisher schon nicht kostendeckend gewesen sei, wurde in der Vergangenheit von den Einnahmen aus den beiden Prunksitzungen getragen. Durch die Gebührenerhöhungen sehe der Verein jedoch keine Möglichkeit mehr, mit den Prunksitzungen einen Überschuss zu erwirtschaften, um den Kinderkarneval zu finanzieren. „Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten müssten wir auch die Prunksitzungen absagen, allerdings laufen dort schon seit Langem die Vorbereitungen, die Aktiven haben schon zu viel Zeit und Geld investiert, sodass wir hier nicht mehr zurückkönnen“, sagt Pressewart Heußner.

Weitere geplante Veranstaltungen des KCV, wie zum Beispiel eine Neuauflage der 70er-Jahre-Party im November und Veranstaltungen der neu gegründeten Kulturinitiative, müssten vermutlich ebenfalls entfallen oder an andere Veranstaltungsorte umziehen.

Besonders verärgert sei der KCV-Vorstand, aus dessen Reihen mehrere Mitglieder in der Zukunftswerkstatt Ronshausen mitarbeiten, dass trotz der Erkenntnisse und Empfehlungen der Zukunftswerkstatt solch drastische Erhöhungen von der Gemeindevertretung beschlossen wurden. In der Zukunftswerkstatt sei man sich darüber einig gewesen, dass die Gebührenordnung dahingehend überarbeitet werden müsse, mehr Veranstaltungen in das Haus zu holen, das seit vielen Jahren unter einer Unterauslastung leide. Die Beschlüsse dieses Jahres gingen jedoch in eine vollkommen andere Richtung. (pgo)

Das sagt der Bürgermeister:

„Im Sinne aller Ronshäuser muss der Kinderkarneval weiter stattfinden können - dafür wird sich der Gemeindevorstand einsetzen.“ Das erklärt Ronshausens Bürgermeister Markus Becker in einer ersten Reaktion. Ein erstes Gespräch mit dem KCV-Vorstand habe es schon gegeben. „Da der KCV bereits alle Verträge mit Lieferanten abgeschlossen hat und auch seine Kalkulationen beim Eintrittspreis auf Basis der alten Gebührenordnung beruhen, liegt hier ein Härtefall vor“, sagt Becker. Der Gemeindevorstand werde prüfen, ob auf die zusätzliche Erhöhung der Gebühren für diese Veranstaltung verzichtet werden kann. Ein solcher Beschlussvorschlag könne in der nächsten Gemeindevertretersitzung am 6. Februar verabschiedet werden. „Danach wollen wir gemeinsam - der KCV, der Gemeindevorstand und die Ideengeber der Zukunftswerkstatt - eine neue Gebührenordnung erarbeiten, die mehr Veranstaltungen ins Haus des Gastes holt“, kündigte Becker an. Ziel sei, die Gebührenordnung grundsätzlich neu zu gestalten, um die Einnahmen der Gemeinde durch mehr Veranstaltungen zu erhöhen. (pgo)

Quelle: HNA

Kommentare