Ronshäuser haben Arbeitshilfe für Vereinsarbeit entwickelt

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Engagement in richtige Bahnen lenken: Dafür setzen sich die fünf Mitglieder des Ronshäuser Werkstattteams ein. Unser Bild zeigt von links Rainer Lang, Sprecher der Vereinsgemeinschaft, Bürgermeister Markus Becker sowie die Vereinsvorsitzenden Jens Reyer (Turnverein 1910), Michael Brandau (Tennisverein) und Günter Wollenhaupt (ESV 1927 Ronshausen).

Ronshausen. Weniger Mitglieder, eine sinkende Bereitschaft, Vorstandsarbeit zu übernehmen - die Probleme vieler Vereine sind groß. In Ronshausen wird an Lösungen gearbeitet.

Im Rahmen des Programms „Engagement braucht Leadership“ hat die Gemeinde Ronshausen jetzt eine umfangreiche Arbeitshilfe für ländliche Sportvereine entwickelt. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Projekt.

Warum liegt der Gemeinde das Thema Ehrenamt besonders am Herzen?

!Die Zukunft der Vereine ist wichtig für das dörfliche Zusammenleben. Ehrenamtliches Engagement wird angesichts knapper Gemeinde-Finanzen immer bedeutender.

Welche Probleme haben ländliche Vereine im 21. Jahrhundert? 

Sie müssen Nachfolger für Vorstandsaufgaben finden - ebenso wie qualifizierte Übungsleiter und Trainer. Zudem müssen attraktive Vereinsangebote gestaltet und in vielen Fällen eigene Immobilien unterhalten werden. Zudem müssen Vereine auf gesellschaftlichen Wandel, Überalterung und auf technokratische Hürden durch Verbände und Vorschriften reagieren.

Was sollte mit dem Projekt erreicht werden? 

Zielsetzung war, anhand von drei Sportvereinen - dem Turnverein, dem Tennisverein und dem Eisenbahnersportverein (ESV) - Ideen einfach mal auszuprobieren. Die Vorstands- und Vereinsarbeit sollte belebt, Impulse zur Erneuerung und Einstiegserleichterungen für „Neue“ gegeben werden.

Was hat davon bereits geklappt? 

Dem Turnverein Ronshausen ist es gelungen, drei junge Frauen zu motivieren, eine qualifizierte Ausbildung beim Deutschen Turnerbund sowie beim Landessportbund zu absolvieren. So können Lücken gefüllt und andere Übungsleiterinnen entlastet werden. Mit einer neuen Tanz- und Gymnastikgruppe soll es wieder ein Angebot für Kinder über zehn Jahren geben. Die Reorganisation des Vorstands im Tennisverein hat begonnen: Mit einer neuen Geschäftsordnung, Finanzordnung, Ehrenordnung sowie einer Spiel- und Wettkampfordnung in Ergänzung zur Satzung soll die Vorstandsarbeit transparenter und eine Übergabe von Vorstandsaufgaben erleichtert werden. Außerdem soll ein neuer Seniorenbeirat die Anbindung der älteren Generation verbessern. Das Vorhaben, im Eisenbahnersportverein, dessen größte Abteilung Fußball ist, einen Jugendvorstand zu bilden, ist ins Stocken geraten. Junge engagierte Mitglieder haben bereits vielfältige Funktionen in den vom DFB verlangten Spielgemeinschaften von Jugendmannschaften übernommen. Sie stehen neben den Anforderungen ihres Berufs für weitere Aufgaben nicht zur Verfügung. Im ESV wird weiter nach Wegen gesucht, Mitglieder zwischen 20 und 40 Jahren in das Vereinsmanagement sinnvoll einzubinden.

Die Arbeitshilfe ist ausgearbeitet - wie geht es weiter? 

Neben der Präsentation und Diskussion auf Landesebene soll sie in der Ronshäuser Vereinsgemeinschaft verbreitet werden. Das Heft orientiert sich zwar an Sportvereinen, die Aufgabenpalette kann aber für Kultur-, Förder-, Tierzucht- und andere Vereine angepasst werden. Erklärtes Ziel ist es auch, die gewonnenen Erkenntnisse auf diese Weise in die Ebenen des Sportkreises und des Landessportbundes hineinzutragen. Gerade in den Verbänden hoffen die Macher, damit Aufmerksamkeit für die Bedingungen an der Basis zu erzielen.

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Quelle: HNA

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