Ronshäuser Bürgerversammlung: Neue Technik hilft Sparen

Standen Rede und Antwort: Unser Bild zeigt – von links – Ronshausens Bürgermeister Markus Becker, Parlamentsvorsteher René Kratzenberg, der die Bürgerversammlung leitete, Jörg Gisselmann von der Energie Netz Mitte und Bernhard Skolik vom Müllabhol-Zweckverband MZV. Im Hintergrund ein Teil der rund 60 Zuhörer im Haus des Gastes. Foto: Gottbehüt

Ronshausen. Wie ist die aktuelle Lage, in der sich die Gemeinde Ronshausen befindet? Das war Thema einer Bürgerversammlung am Dienstagabend im Haus des Gastes.

Gemeindefinanzen

Die Gemeinde Ronshausen hat ihre Gesamtschulden in den vergangenen vier Schutzschirm-Jahren von über 10,6 Millionen auf rund 5,78 Millionen Euro gesenkt. Mit einem geplanten Fehlbedarf von 176 000 Euro im Ergebnishaushalt 2016 ist das angestrebte Ziel ausgeglichener Haushalt laut Bürgermeister Becker nicht mehr weit entfernt. Ab 2017 plane die Gemeinde mit einer schwarzen Null oder sogar einem positiven Ergebnis - und das zwei Jahre früher, als im Schutzschirmvertrag vereinbart.

steuern rauf, kosten runter

Als Gründe nennt Becker höhere Einnahmen aus Einkommen- und Gewerbesteuer, bedingt durch die allgemein gute Konjunkturlage. Zusammen mit der Grundsteuer, die seitens der Gemeinde fast verdoppelt wurde, erzielte die Kommune im Vergleich zu 2012 über ein Drittel mehr an Steuereinnahmen. Stolz ist Becker darauf, dass die Energiekosten im selben Zeitraum um 30 Prozent gesenkt werden konnten. Man habe in neue Heizungs- und Photovoltaikanlagen investiert und so Heizöl- und Stromkosten gespart. Auch die Nachtabschaltung der Straßenlaternen habe sich dabei ausgezahlt.

Investitionsprogramme

In Technik, die beim Sparen hilft, wollen die Ronshäuser auch mithilfe der kommunalen Förderprogramme von Bund und Land weiter investieren (wir berichteten). Rund 278 000 Euro sollen investiert werden, 35 000 Euro davon muss die Gemeinde selbst zahlen. Größtes Projekt ist die Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Ronshausen und Machtlos auf LED-Technik. Mit der erwarteten Stromkostenersparnis von 72 Prozent könne die Straßenbeleuchtung dann auch wieder nachts anbleiben, stellte Becker in Aussicht.

Internet und Mobilfunk

In Sachen schnelles Internet sind die Ronshäuser froh darüber, dass - wie berichtet - ab September Glasfaserkabel verlegt werden sollen. „Ich hoffe, dass wir bei den ersten dabei sind“, sagt der Bürgermeister. Das sei besonders für Machtlos von großer Bedeutung.

Die Gemeinde habe auch mit einem Einspruch verhindert, dass die Telekom die Telefonzelle am Ferienpark abbaut. Das sei deshalb sehr wichtig, weil in Sachen Mobilfunkversorgung für Machtlos leider keine Verbesserungen in Sicht seien.

Windkraftanlagen

Als echte Gefahr bezeichnet Becker zwei Windsuchfelder bei Machtlos und den Windpark Gaishecke. Sie liegen nicht auf Gemeindegebiet und auch so weit entfernt, dass nur harte Faktoren wie schützenswerte Tiere noch als Gegenargumente helfen würden: „Wer denen begegnet, sollte es der Gemeinde melden“, rief Becker auf. Dem entgegnete Pfarrer Thomas Nickel, man solle nicht grundsätzlich Stimmung gegen die Windkraft machen. Er forderte stattdessen mehr Bürgerbeteiligung bei der Planung und dem Betrieb solcher Anlagen.

Glasentsorgung

Zu volle Altglascontainer - die beklagte der Ronshäuser Jürgen Ehmer. Bernhard Skolik vom Müllabhol-Zweckverband erklärte ihm, die beauftragte Firma habe aufgrund eines sehr alten Fahrzeuges erhebliche Schwierigkeiten gehabt, die turnusmäßige Abholung einzuhalten. Seit zwei Wochen sei aber ein neues Fahrzeug im Einsatz und man hoffe nun, die Probleme seien damit behoben.

Erdgasanschlüsse

Stetig voran schreiten die Bautrupps, die das neue Erdgasnetz in Ronshausen ausbauen. Jörg Gisselmann, Leiter Netzregion der Energie Netz Mitte, erklärte, bis November werde man die komplette Inbetriebnahme der neuen Leitungen abgeschlossen haben.

Von Peter Gottbehüt

Von der finanziellen Entwicklung der Schutzschirm-Kommune berichtete Bürgermeister Markus Becker, der auch aktuelle Themen von Breitband bis Windkraft beleuchtete. Als Gastreferenten standen der Geschäftsführer des Müllabhol-Zweckverbands, Bernhard Skolik, und der Leiter Netzregion von Energie Netz Mitte, Jörg Gisselmann, Rede und Antwort. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen:

Quelle: HNA

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