Porträt: Rolf Kettner bleibt trotz Pensionierung Schulwegtrainer

Das Bild zeigt Kettner im Verkehrsgarten in Bebra, sein Arbeitsplatz über viele Jahre und der Ort, wo er zahllosen Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr beigebracht hat. Foto: Meyer

Bad Hersfeld/Bebra. Er wurde vom Polizeioberkommissar zum Verkehrstrainer für Kinder: Ein tragischer Unfall brachte Rolf Kettner dazu, neue Wege zu gehen. Der frische Rentner blickt zurück.

Wenn ein Ruheständler einen Teil seiner früheren Arbeit ehrenamtlich fortführt, dann muss er seine Arbeit äußerst gern gemacht haben. So ist es bei Rolf Kettner, einem Polizisten, der über ein Jahrzehnt lang Kindern die Verkehrsregeln beibrachte. Die Jugendverkehrsschule wird in diesem Jahr 50 Jahre alt.

Tod eines Kollegen

Der Hersfelder Rolf Kettner war bei der Autobahnpolizei. Dass er sich um die Jahrtausendwende um eine Veränderung in seinem Leben bemühte, hat mehrere Gründe: Da waren die unangenehmen Nachtschichten, dazu das belastende Erlebnis, als ein Kollege von einem Fahrzeug erfasst wurde und starb. Und überhaupt: „Ständig Lkws anhalten, das war nicht mein Ding.“

Kettner wurde zum Verkehrsdienst versetzt und fand hier ein Betätigungsfeld vor, das ihn befriedigte. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, wie der aufmerksame und gelassene Polizeioberkommissar mit dem kleinen Ohrring am linken Ohr schnell einen Zugang zu den Viertklässlern fand, für die der Besuch des Verkehrsgartens in Bebra auch ein Abenteuer war.

Hier, in seinem „zweiten Wohnzimmer“, erklärte Kettner Kindern die Verkehrsschilder, mahnte sie zur Vorsicht, bevor er sie erst in den Fahrradparcours schickte und anschließend in den Straßenverkehr - immer nur mit Helm.

Später entwickelte sich die Zusammenarbeit mit den Werkstätten und der Schule für behinderte Menschen. Wenn es mit dem Radfahren nicht klappte, dann übte Kettner mit den Kindern und Erwachsenen das Überqueren von Straßen und das Zurechtfinden im Verkehr. Hinterher nahm er alle im Zug mit nach Bad Hersfeld und zeigte ihnen die Stadt.

Fortführen kann Kettner seine Arbeit nach der Pensionierung im vergangenen Jahr als Mitglied der Verkehrswacht. So besucht er Kindergärten und absolviert mit den Kindern Schulwegtraining. Auch die Werkstätten für Behinderte in Bebra und Bad Hersfeld besucht Kettner weiter. (zmy)

Quelle: HNA

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