Rotenburger Stadtwerke lassen Wasserrohre mit besonderer Technik austauschen

Rohr kommt aus der Fräse

Überwachen die Verlegearbeiten auf dem Gelände oberhalb der Alheimer-Kaserne (von links): Jens Förster und Tobias Brauneck, Tiefbauer bei der Philippsthaler Firma Herrmann, Hartmut Rössing, kaufmännischer Betriebsleiter der Rotenburger Stadtwerke, sowie Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke. Foto: Spanel

Rotenburg. Zu ungewöhnlichen Mitteln greifen die Rotenburger Stadtwerke am Hochbehälter Silberberg nahe der Alheimer-Kaserne: Dort fräst sich seit der vergangenen Woche ein Bohrkopf durch das Erdreich, um auf insgesamt 2200 Metern Länge neue Wasserrohre zu verlegen. Vier Wochen sollen die Bauarbeiten mindestens noch dauern.

„Es ist das erste Mal, dass eine solche Fräse rund um Rotenburg im Einsatz ist“, sagt Stephan Heckeroth, Betriebsleiter der Stadtwerke. Der Untergrund auf dem Truppenübungsplatz der Bundeswehr vom Silberberg bis zur Alten Lehmkaute bestehe hauptsächlich aus Buntsandstein. Die herkömmliche, offene Bauweise mithilfe eines Baggers sei hier problematisch. „Wenn die Rohre einfach eingeackert werden, besteht die Gefahr, dass sie durch die zahlreichen spitzen Steine Schaden nehmen“, erklärt der Betriebsleiter.

Fräse arbeitet kostengünstig

Die Vermeer-Fräse zermahle die Steine bereits, während sie sich durch das Erdreich grabe. Mit einer speziellen Vorrichtung am Bohrkopf werde sogleich das Rohr nachgeschoben.

„Die entstandene Grube muss dann lediglich noch mit verdichtetem Sand zugeschüttet werden“, sagt Hartmut Rössing, der kaufmännische Betriebsleiter der Rotenburger Stadtwerke. „Der Einsatz der Maschine spart aber nicht nur Material, sondern auch Kosten.“

Die Bauarbeiten seien in zwei Abschnitte geteilt worden. 800 Meter Rohre wurden in der ersten Phase auf herkömmliche Weise von der Firma Jacob aus Bebra zwischen Tiefbrunnen und dem zentralen Hochbehälter Silberberg verlegt. 125 000 Euro investierten die Stadtwerke dafür. „Auf dem zweiten, mit 1400 Metern viel längeren Bauabschnitt zwischen dem Hochbehälter und der Stadt Rotenburg kommt die Fräse zum Einsatz. Mit 127 000 Euro kostet er uns fast genauso viel“, sagt Rössing. Mit den Arbeiten beauftragt ist die Firma Herrmann aus Philippsthal.

Schadhafte Rohre

Die Wasserrohre müssen ausgetauscht werden, da sie noch aus den 1970er-Jahren stammen und äußerst schadhaft sind. „Wir hatten mit Lochfraß und hohen Wasserverlusten zu kämpfen“, erklärt Heckeroth. Mit der neuen, kostengünstigen Maßnahme trage man zur Versorgungssicherheit der Stadt Rotenburg bei.

Die neuen Rohre sind außerdem mit einer hochwertigen Schutzschicht aus Kunststoff ummantelt. „Die einzelnen, zwölf Meter langen Rohrstücke wurden von den Mitarbeitern der Stadtwerke in Eigenleistung verschweißt“, ergänzt Heckeroth.

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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