Von Rittern und Grafen

Fragen und Antworten: Was Philippsthal mit Kreuzberg zu tun hat

Ein Dorf in Kreuzform: Dieses Bild, das eine Wand im Untergeschoss der Kreuzberghalle ziert, zeigt, wie Philippsthal früher aussah: Schloss und Schlossstraße (rechts), Tiefenkeller (oben), Weinberg (links) und Mühlstraße (unten) bilden ein Kreuz. Foto: Eisenberg

Philippsthal. Lernen in der Kreuzbergschule, feiern in der Kreuzberghalle oder ein geruhsamer Lebensabend im Altenheim Haus Kreuzberg: Gleich mehrere Institutionen in Philippsthal tragen das Kreuz in ihrem Namen.

Einen Berg mit dieser Bezeichnung werden Gäste in der Marktgemeinde allerdings vergeblich suchen. Wir erklären, was es mit dem Namen auf sich hat.

Wenn es in Philippsthal gar keinen Kreuzberg gibt, warum taucht diese Bezeichnung gleich mehrfach auf? 

Das Dorf selbst hieß ursprünglich Kreuzberg. Erstmals erwähnt wurde es in einem Schutzbrief des Papstes Cölestin III. an das von der Reichsabtei Hersfeld gegründete Benediktinerinnenkloster Kreuzberg. Der Name blieb noch erhalten, nachdem das Kloster 1525 im Bauernkrieg zerstört wurde, die Nonnen den Ort 1568 nach der Reformation verlassen hatten und das Kloster 1593 schließlich in weltlichen Besitz überging. Die Vogtei Kreuzberg bestand als Verwaltungsgebiet noch bis ins Jahr 1821, wobei der im heutigen Thüringen gelegene Teil bereits 1816 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar gegangen war.

Woher kommt der Name Kreuzberg? 

Er stammt vermutlich vom Rittergeschlecht derer von Cruceburg, die hier ihren Edelsitz hatten und als Förderer des Klosters galten.

Ist das die einzige Erklärung? 

Nein. Der Name Kreuzberg könnte seinen Ursprung auch in der Anordnung der Straßenzüge haben. Über Jahrhunderte bestand der Ort aus nur vier Straßen, die heute Tiefenkeller, Schlossstraße, Mühlstraße und Weinberg heißen. Von den umliegenden Hügeln betrachtet, bildeten diese nämlich ein Kreuz.

Und wie wurde Kreuzberg zu Philippsthal? 

Namensgeber ist Prinz Philipp von Hessen, der jüngere Bruder des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel. Er ließ 1685 auf dem Gelände des ehemaligen Klosters ein Schloss errichten, welches er Philippsthal nannte. Dieser Name bürgerte sich im Laufe der Zeit auch für den Ort Kreuzberg ein. Philipp war der erste von sieben Landgrafen der Nebenlinie Hessen-Philippsthal. Sie erlosch, nachdem Landgraf Ernst im Jahr 1925 kinderlos verstorben war.

Die Gemeinde Philippsthal hat ein Doppelkreuz in ihrem Wappen. Symbolisiert das den früheren Ortsnamen? 

Indirekt. Das Kreuz ist angelehnt an das Doppelkreuz der Abtei Hersfeld, der das Kloster Kreuzberg unterstand. Hessenlöwe und Doppelkreuz fanden sich schon im Familienwappen der Landgrafen von Philippsthal. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Bad Hersfelder Stadtwappen ist kein Zufall: Es besteht ebenfalls aus Doppelkreuz und Löwe.

Quelle: HNA

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