Der Ringbach in Braach bekommt ein neues Bett

Idylle pur: Am Braacher Baggersee wartet Angler Matthis Heinrich darauf, dass Fische beißen. Der große, künstlich entstandene Kiessee soll ökologisch weiterentwickelt werden zu einer naturnahmen Flusslandschaft. Dazu wird zum Beispiel die Fulda aufgespalten. Planer Heinrich Wacker spricht von einer „Ökokonto-Maßnahme“. Für die Aufwertung der Natur gibt es Punkte, und die Stadt kann diese Punkte verkaufen – zum Beispiel an Investoren, die für Bauprojekte einen ökologischen Ausgleich schaffen müssen. Aus dem Verkaufserlös könnte die Stadt wiederum ihren Teil der Ringbachrenaturierung finanzieren. Fotos: Schäfer-Marg

Braach. Der Ringbach in Braach soll renaturiert und sein Bett zum Teil verlegt werden. Derzeit fließ er über weite Strecken in einem Betonbett. Nebeneffekt des Öko-Projektes: Vier Bauplätze entstehen im Ortskern.

Der Entwurf des Bebauungsplans wurde von den Stadtverordneten schon genehmigt.

Ausgangspunkt für die großflächig geplanten Veränderungen im Ortskern war eigentlich der desolate Zustand des Betonbettes, in dem der Bach seit Jahrzehnten fließt. Es ist stellenweise überbaut und verrohrt, doch die Betondecke droht zu zerbröseln. Besonders deutlich sieht man das im Bereich am ehemaligen Gefrierhauses. Statt das Bett aufwendig zu erneuern, soll der Bach nun freigelegt und streckenweise verlegt werden.

Gut dabei: Für eine ökologische Verbesserung gibt es einen sehr hohen Zuschuss vom Land. „Wir rechnen mit einer 85-prozentigen Förderung, sagt Planer Heinrich Wacker vom Stadtbauamt. „Der Ringbach ist ein klassischer Forellenbach“, erläutert er weiter. Die Wasserqualität ist sehr hoch. Allerdings: Die Forellen können die Staustufen der Verrohrung nicht überwinden.

Stromkabel in die Erde 

Ringbach im Betonbett: Ortsvorsteher Claus Riemenschneider, rechts, und Planer Heinrich Wacker zeigen die marode Einfassung.

Positiver Nebeneffekt der Renaturierung: Vier neue Bauplätze, die dann direkt am Bach liegen, entstehen. Mit dem Eigentümer der betroffenen Flächen wurde bereits Einigung erzielt. Außerdem soll die 20-kV-Stromleitung oberhalb des Wasserspielplatzes in die Erde verlegt werden. Ein Strommast steht jetzt direkt neben dem alten Gefrierhäuschen. Häuschen und Mast können abgebaut und der Bach kann freigelegt werden. Zur Zeit fließt er unter dem Weg zum Gefrierhäuschen.

Zwei Bauplätze entstehen oberhalb des Wasserspielplatzes, zwei auf einem Privatgrundstück, das jetzt noch eine Lagerhalle beherbergt. Bedarf dafür gibt es, weiß Ortsvorsteher Claus Riemenschneider: „Ich werde immer wieder auf Bauplätze oder auch Wohnungen angesprochen.“ Das letzte Baugebiet am Kegelsköpfchen ist voll, neue Baugebiete werden angesichts der demografischen Entwicklung nicht ausgewiesen.

Den Bebauungsplanentwurf hat Heinrich Wacker jetzt 46 Trägern öffentlicher Belange vorgelegt. Sie müssen dazu Stellung nehmen, bevor Baurecht geschaffen wird. Wenn alles glatt läuft, soll im Herbst 2015 mit den Arbeiten begonnen werden.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare