Riesenschnabel zu Besuch

Sensation für Vogelkundler: Im Naturschutzgebiet Rhäden ist ein Pelikan aufgetaucht

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Da schwimmt er: Den Pelikan hatte zunächst der Wildecker Nabu-Vorsitzende Ricardo Gräf entdeckt. Das Foto machte dann Tierfotograf Hubert Schreier.

Obersuhl. Dass das Naturschutzgebiet Rhäden in Obersuhl ein Paradies für Vögel ist, ist kein Geheimnis. Dass sich dort nun aber ein Pelikan aufhält, ist für Ornithologen eine Sensation.

Es hätte ihn nicht mehr gewundert, wenn auf dem nahen Kaliberg ein Elefant gestanden hätte, sagt Tierfotograf Hubert Schreier aus Breitenbach, der das Tier geknipst hat.

Vor wenigen Tagen erhielt er den Tipp von Ricardo Gräf, dem Vorsitzenden des Nabu Wildeck. Jemand habe das ungewöhnliche Tier erspäht. Schreier pirschte sich an und traute seinen Augen kaum, als er den Vogel friedlich auf einem der Teiche schwimmen sah.

Es handelt sich laut Schreier um einen Rötelpelikan, der sonst im tropischen und subtropischen Afrika lebt. Wie er den Weg nach Obersuhl gefunden hat, ist Schreier ein Rätsel. Er hat bei Zoos herumtelefoniert, aber nirgends wird ein Tier vermisst. Auch der Frankfurter Vogelschutzwarte ist kein Vermisstenfall bekannt.

Schreiers Vermutung: Möglicherweise hat der Pelikan sich Störchen oder anderen Vögeln angeschlossen und so den Weg nach Europa gefunden. Frei nach dem Motto: „Wo die hinfliegen, kann es nicht schlecht sein.“ Schreier erinnert an den Klimawandel und daran, dass sich inzwischen auch weiter südlich beheimatete Libellen und Insekten in der Mitte Deutschlands wohlfühlen.

Als reiner Fischfresser werde sich der Pelikan, dessen Geschlecht aus der Ferne nicht auszumachen ist, den Sommer über wohlfühlen im Rhäden, meint Schreier. Im Winter aber werde er kaum eine Überlebenschance haben.

Neugierige, die das Tier beobachten wollen, warnt Schreier vor einer Enttäuschung. Der Pelikan halte sich weit ab von den Wegen und sei schwer zu entdecken. Wie lange er im Rhäden bleibe, sei zudem ungewiss. (zmy)

Quelle: HNA

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