Tour D’ Horizon mit Experten zu den Krisenherden der Welt

Spannendes Sparkassenforum mit Nahost-Experten Lüders

+
Dr. Michael Lüders war Gastredner beim Sparkassenforum auf Einladung von Reinhard Faulstich (rechts). Das Bild zeigt beide am Büchertisch.

Bad Hersfeld. Die Sparkasse hatte mal wieder einen guten Riecher für den richtigen Referenten.

In Zeiten der Flüchtlingskrise und des islamischen Terrors konnte der Nahost-Experte und Politikwissenschaftler Dr. Michael Lüders, der auch die Bundesregierung und deutsche Unternehmen berät, fundierte Fakten liefern, Vorurteile ausräumen und neue Blickwinkel auf alte Probleme eröffnen. Kein Wunder, dass die gemeinsame Veranstaltung der Sparkasse und unserer Zeitung in kürzester Zeit ausverkauft war. Traditionell nutzte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Reinhard Faulstich die Gelegenheit, um einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Region und des Kreditinstituts zu geben.

Erste Krisensymptome

Auch seine Ausführungen waren eng mit der gegenwärtigen unruhigen Weltlage verknüpft: Die Niedrigzinspolitik, der niedrige Ölpreis, verlangsamtes Wachstum trotz einer starken Binnenwirtschaft – viele Faktoren nannte Faulstich als Rahmenbedingungen. „Die Konjunktur in Nordhessen ist stabil“, sagte er, warnte aber auch eindringlich vor Krisensymptomen wie etwa negativen Zinsen. Obwohl die Regionalbanken derzeit noch gute Ergebnisse verbuchten, zeichne sich eine Durststrecke ab. „Die niedrigen Zinsen gefährden die Stabilität vieler Unternehmen, berauben Stiftungen ihrer Basis und erschüttern Lebensversicherungen“, führte Faulstich als Beispiele an.

In diesen Zeiten sei den Kunden die Sicherheit ihrer Einlagen wichtig, davon profitierten regionale Banken wie die Sparkasse. „Aber bessere Konditionen sind derzeit nicht möglich“, machte der Sparkassenchef mit Bedauern klar.

Gastredner Dr. Michael Lüders nahm die Zuhörer danach auf eine „Tour D’ Horizon“ zu den Krisenherden der Welt nahm. Die Welt sei im Umbruch begriffen. „Wahrscheinlich können unsere Kinder froh sein, wenn es ihnen später nicht schlechter geht als uns“, sagte er. Nachdrücklich warnte er vor einem weiteren militärischen Engagement der Bundeswehr. Und er stellte klar, dass die Religion in vielen Krisenregionen nur instrumentalisiert werde.

In einer anschließenden Diskussion mit Sparkassenchef Faulstich und HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm bohrten die beiden bei Lüders nach, fragten beispielsweise nach der Notwendigkeit schärferer Gesetze im Kampf gegen den Terror. Dies lehnte Lüders mit Blick auf die französischen Verfassungsänderungen strikt ab. „Was wäre dann noch der Unterschied zu Putins Russland?“

Eine Lösung für die großen Probleme der Welt wurden an diesem Abend nicht gefunden. Aber sie wurden sehr viel klarer. Klar ist auch: Einfache Lösungen wird es nicht geben. „Wir sollten im Kleinen tun, was uns möglich ist, und nicht auf die großen Auguren hoffen“, gab Lüders den Zuhörern mit auf den Weg.

Seine Thesen wurden danach bei Speisen und Getränken, die das Tafelhaus Steinhauer kredenzte, in den Räumen der Stadthalle noch lange diskutiert.

Quelle: HNA

Kommentare