Feuerwehrleute lösen ihre Anerkennungsprämie oft nicht ein

Retter verzichten auf eine halbe Million Euro

Hersfeld-Rotenburg. Sie sind die Retter in der Not: Für ihren freiwilligen Einsatz bedankt sich das Land Hessen bei den Feuerwehrleuten seit 2011 mit einer Anerkennungsprämie. Doch längst nicht alle nehmen diese Prämie an. Knapp eine Million Euro wurden hessenweit von den freiwilligen Helfern nicht eingelöst, erklärt das Hessische Innenministerium. Auch in Hersfeld-Rotenburg verzichtetet bislang jeder zwölfte Feuerwehrmann auf das Geld.

Im Landkreis hätten seit 2011 insgesamt 2,1 Millionen Euro an 714 Feuerwehrleute ausgezahlt werden sollen, doch nur 658 Einsatzkräfte haben ihre Prämien im Gesamtwert von 1,73 Millionen Euro abgerufen, heißt es aus dem Regierungspräsidium Kassel auf Nachfrage. Prämien über knapp eine halbe Million Euro wurden also nicht eingelöst.

Der scheidende Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten, der heute aus dem Amt verabschiedet wird, führt das auf Vergesslichkeit der Kameraden und den bürokratischen Aufwand beim Einlösen zurück. Der sei etwas kompliziert, wurde inzwischen aber bereits vereinfacht. Ursprünglich gab es Verrechnungsschecks, die binnen einer Frist eingelöst werden mussten. „Die wurden nach der feierlichen Übergabe schon mal in der Tasche vergessen, schließlich tragen die Kameraden ihre Uniform nur selten.“

In Einzelfällen sei es sogar so, dass die Kameraden kein Geld für ihr freiwilliges Engagement wollten. Weingarten weiß von mehreren Feuerwehrleuten, die zumindest einen Teil ihrer Prämie an die Jugendfeuerwehr gespendet hätten: „Es wäre aber völlig falsch, darauf zu verzichten.“

Die Regierungspräsidien in Hessen haben von Januar 2011 bis Dezember 2013 insgesamt 15 014 Anerkennungsprämien im Wert von 5,94 Millionen Euro bewilligt. Eingelöst wurden 12 830 (4,98 Mio. Euro). Das Geld, das nicht eingelöst wurde, sei für die Wehren nicht verloren. Damit würden Fahrzeuge und Feuerwehrhäuser gefördert. (mcj/may)

Zum Tage, Seite 2

Quelle: HNA

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