Retter haben Raumnot: Feuerwehr Rotenburg soll neuen Stützpunkt bekommen

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Hier parken nur Könner ein und aus: Ob Drehleiter (hier die ausgeliehene) oder Tanklöschfahrzeug – zehn Fahrzeuge und Anhänger werden im Feuerwehrgerätehaus in zwei Reihen punktgenau an entsprechenden Markierungen abgestellt. Fotos: Schäfer-Marg

Rotenburg. Das Feuerwehrgerätehaus der Rotenburger Wehr platzt aus allen Nähten. Dass die Brandschützer ein neues Gebäude benötigen, ist unstrittig. Doch vor dem Bau steht ein langwieriges Genehmigungsverfahren.

Die Rotenburger haben Glück, dass ihre 62 Feuerwehrleute über viel Routine verfügen: Durch den langjährigen Umgang mit ihrem unzulänglichen Gerätehaus und vor allem der super engen Fahrzeughalleschaffen sie es stets, die Hilfsfrist von zehn Minuten einzuhalten. Dennoch: Ein neues Gerätehaus muss und wird kommen.

Stadtbrandinspektor Jörg Fleischhut, Wehrführer Dirk Riemenschneider und sein Stellvertreter Bernhard Pfister hoffen, dass sie 2018 in neue Räume und Hallen auf dem ehemaligen Gelände der Firma Brühl am Breitinger Kirchweg einziehen können - der perfekte Standort, um weiterhin die Hilfsfrist einhalten zu können. Das haben die Führungskräfte exakt ausgerechnet.

Auf rund 5500 Quadratmetern sollen Fahrzeughalle, Werkstätten und Lager sowie ein Verwaltungsgebäude entstehen. Etwa 7,5 Millionen Euro soll das ganze Projekt voraussichtlich kosten. Doch vor der Umsetzung stehen noch etliche bürokratische Hürden, die vor allem mit Zuschüssen zu tun haben. Denn allein könnte die Stadt den Neubau keinesfalls stemmen.

Das Führungstrio der Wehr macht bei einem Rundgang durch das aktuelle Gebäude deutlich, dass es sich beim geplanten Neubau nicht um einen Wunsch, sondern um die nackte Notwendigkeit handelt. Das Zuhause der Wehr am Schlosspark war 1965 gebaut worden und erhielt 1973 einen Anbau. Ein Problem: Die Fahrzeuge sind im Laufe der Jahrzehnte größer und schwerer geworden, die Statik war an ihre Grenzen geraten, es mussten Stahlträger im Untergeschoss eingezogen werden. Die Fahrzeuge müssen stets punktgenau geparkt werden, damit die Retter Laufwege einhalten können und sich beim Einsteigen nicht behindern.

Geräte und Ausstattung insgesamt haben sich verändert, brauchen mehr Platz. Dass weibliche Feuerwehrleute hinzugekommen sind, sei zwar ein erfreulicher Umstand, doch Umkleidemöglichkeiten und sanitäre Anlagen für sie sind doch eher provisorisch.

„Zum Glück sind unsere Mädels in dem Bereich relativ schmerzfrei“, sagt Fleischhut. Schon jetzt hat die Rotenburger Wehr einen Teil ihrer Fahrzeuge und Ausrüstung ausgelagert - bei großen Lagen ein Problem.

Im Gebäude selbst gibt es zum Beispiel Werkstatträume für Funk- und Atemschutzgeräte, Schlauchreinigungs- und -prüfgerät sowie Lager - das alles wird auch für Wehren anderer Kommunen genutzt - sowie Schulungsraum, Kleiderkammer, Büro, Sozialräume und Sanitäranlagen.

Alles ist in Schuss, aber viel zu eng. Auch Technischer Prüfdienst und Unfallkasse fordern eine zeitgemäße und sicherere Unterkunft für die Wehr.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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