Briefe an die Stadt blieben Monate unbeantwortet

Rentner verärgert über Zustand von Straßen in und um Blankenheim

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Asphalt gerissen: Der Wirtschaftsweg zur Gemarkung "Am Sand" nahm beim Bau der Eisenbahnbrücke Schaden. Der Stadt sei das gleichgültig, bemängelt Horst Blackert.

Blankenheim. Der Zustand von Straßen und Wegen in und um Blankenheim macht dem Blankenheimer Horst Blackert Sorgen. Verärgert ist der Rentner darüber, dass die Stadt Bebra diesen Zustand so hinnehme.

Sie mache den Firmen gegenüber, die dafür verantwortlich seien, keine Forderungen geltend, beklagt der 79-Jährige.

Katastrophal ist der Zustand des Wirtschaftswegs, der entlang der Fulda zur Gemarkung "Auf dem Sand" führt. Der Asphalt ist großflächig gerissen und senkt sich auf der Seite zur Fulda hin um viele Zentimeter ab. Über diesen Weg, berichtet Blackert, seien im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen und des Baus der Eisenbahnbrücke Tausende Tonnen Material an- und abtransportiet worden.

Das Geländer am Weg über den Nickbach wurde für die breiten Fahrzeuge abmontiert und nicht ersetzt, das gegenüberliegende Geländer ist ramponiert und verbogen. "Dass die Stadt das so hinnimmt, ist unverständlich", sagt Blackert. Die Stadt Bebra könne die Bahn oder die von ihr beauftragte Baufirma haftbar machen, meint Blackert, aber er glaubt, dass das den Zuständigen im Bebraer Rahaus gleichgültig sei, genau wie der desolate Zustand des Weges entlang des Sportplatzes.

Blackert kritisiert auch den Zustand der Oberen Straße, an der er wohnt. Diese Straße im Dorf ist zwar vergleichsweise gut in Schuss, allerdings ist sie auch nur wenige Jahre alt. Die Anwohner wurden zur Kasse gebeten, als die Straße erneuert wurde. Umso mehr ärgert Blackert sich darüber, dass überall im Asphalt kleine Risse entstehen. An vielen Stellen musste bereits mit Teer ausgebessert werden. Blackert meint, dass beim Bau gepfuscht wurde. Der Unterbau nehme nicht genügend Wasser auf, so dass dieses bei Frost die Asphaltdecke sprenge. Die kalten Temperaturen bei Fertigstellung der Straße und zu grob gewählter Asphalt trügen zur schlechten Qualität der Straße bei, so Blackert.

"Mit jedem Winter wird das schlimmer", sagt der 79-Jährige. Auch hier bemühe sich die Stadt nicht, die Baufirma in die Pflicht zu nehmen. "Man sitzt das aus", urteilt Blackert. Briefe von ihm an die Stadt blieben über Monate unbeantwortet.

Der neue Bürgermeister Uwe Hassl zeigt im Hinblick auf die Obere Straße wenig Verständnis für Horst Blackert. Die Gewährleistungsfrist für die Straße sei zwar im Mai 2013 abgelaufen. Innerhalb dieser Frist seien aber seitens der Stadt Mängel gerügt worden, die abgearbeitet würden. Hassl: „Dabei geht es insbesondere um das Verfüllen von Rissen.“ Das sei bereits geschehen. „Der Gesamtzustand der Straße wird seitens unseres Tiefbautechnikers als ordnungsgemäß angesehen“, schreibt Hassl.

Mängel am Weg „Auf dem Sand“ räumt Hassl ein. Es sei heute allerdings unmöglich nachzuweisen, welches Unternehmen welche Schäden verursacht habe. Hassl: „Im konkreten Fall ist eine Ausgleichszahlung geleistet worden. Es entspricht aber der verabredeten Vertraulichkeit, Inhalte und Summen nicht in der Öffentlichkeit breitzutreten.“ Das fehlende Geländer am Weg über den Nickbach werde bald wieder angebracht. Es sei auch richtig, dass sich der Weg im Bereich des Sportplatzes, „wie im übrigen auch viele andere Wege im Bereich der Stadt Bebra“, nicht in gutem Zustand befinde. Er werde aber regelmäßig kontrolliert und in verkehrssicherem Zustand gehalten. Mehr gebe die Haushaltslage derzeit nicht her.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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