Kritik an Renaturierung der Ulfewiesen bei Weiterode 

Noch kein schöner Anblick: Die Renaturierung im Ulfetal bei Weiterode. Erst im Sommer wird sich hier die Schönheit der Natur zeigen, werden viele Vögel und Insekten einen passenden Lebensraum finden. Im Hintergrund das Hotel Sonnenblick. Fotos: Karl Wetterau/nh

Weiterode. Die Renaturierung der Ulfe im Naturschutzgebiet Ulfewiesen bei Weiterode trifft nicht überall auf Zustimmung.

Es spotte jeder Beschreibung, was aus dem ehemals schönen Wiesengrunde gemacht worden sei, kritisiert beispielsweise Karl Wetterau, der am Schäfersberg auf der anderen Seite der Landesstraße wohnt.

Hintergrund der Renaturierung der Ulfe und auch der Iba ist der Hochwasserschutz. So läuft bei starken Niederschlägen immer mal wieder Wasser in die Keller der Weiteröder. Wetterau kritisiert nun, dass zwar schlangenartig Erde ausgehoben worden sei, diese aber am Bahndamm wieder abgelagert worden und somit gar kein neuer Stauraum geschaffen worden sei.

Heinrich Wacker vom Büro für Landschaftsplanung und Gewässerrenaturierung kann den Weiteröder beruhigen. Es ist durchaus Gelände abgesenkt worden. Wacker erklärt, dass vor dem Bahndamm Erde abgelagert wurde, weil dies eine Forderung der Bahn zum Schutz des Bahndamms gewesen sei. Das soll den Bahndamm bei Hochwasser entlasten, die Flut drosseln und für einen langsameren Durchfluss sorgen.

Dass die Wiesen zurzeit keinen schönen Anblick bieten, „durch Raupenfahrzeuge der Baufirma total zermatscht“ worden sind, wie Wetterau beklagt, liegt nach Wackers Worten schlicht an der Jahreszeit. Im Sommer sei alles wieder grün, Feucht- und Nasswiesen werden entstehen, so wie sie auch vorher dort waren. Auf dem derzeitigen Rohboden dauere es etwas länger, aber auch hier sei im Spätsommer wieder alles grün.

Wacker macht neugierig auf die Jahresmitte und bittet sich vorzustellen, welch schönes Bild sich in ein paar Monaten am Glockenborn bieten wird, wo ein Schild auf die dortige Quelle hinweist.

Die Arbeiten an der Ulfe gehören zu einem ganzen Maßnahmenbündel, das der Hochwasserentlastung der Weiteröder dienen wird. Auch in der Nähe der Friedrichshütte fließt die Iba jetzt wieder in Bögen durch eine Wiese, wo sie sich bei Stark-regen ausbreiten kann, sodass das Wasser abgebremst in die Ulfe fließt.

Übrigens sind, von der Landesstraße aus nicht zu sehen, auch in Richtung Ronshausen drei Bachschleifen sowie Tümpel angelegt worden. Im unteren Bereich bei Weiterode an der Bachaufspaltung am Bahndamm ist eine Flutmulde angelegt worden, in der zurzeit das Wasser steht.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

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Quelle: HNA

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