Projekt soll diesen Herbst beginnen

Renaturierung der Fuldaue: Eine Million Euro wird investiert

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Bebra. Die Fuldaaue bei Breitenbach wird von der Fuldabrücke bis zum Ende der Breitenbacher Seen auf etwa einem Kilometer Länge renaturiert. Das regelt ein Vertrag, der am Donnerstag unterzeichnet wurde.

Als Nebeneffekt soll dort eine weitere Hochwasser-Staufläche - ein sogenannter Retentionsraum - entstehen, die Hochwasserspitzen der Fulda mildern soll. Die Kosten hierfür belaufen sich auf eine Million Euro - Ziel ist es, das Projekt in diesem Herbst zu beginnen und im kommenden Jahr abgeschlossen zu haben.

Einen entsprechenden Vertrag haben Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Bebras Bürgermeister Uwe Hassl am Donnerstag im Bebraer Rathaus unterzeichnet. Das Regierungspräsidium sichert in der Vereinbarung eine 100-prozentige Finanzierung seitens des Landes zu. Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt Bebra, die Umsetzung des Projekts zu organisieren.

„Wir haben einen genehmigten Plan - jetzt kann beauftragt werden“, erklärt Bebras Bauamtsleiter Patrick Schuster. Konkret soll ein neuer Nebenarm zur Fulda mit Steilufern, Flachwasserzonen und Kiesflächen gestaltet werden. Dort sollen verloren gegangene typische Lebensräume einer natürlichen Flussaue neu entstehen, damit inzwischen seltene Pflanzen- und Tierarten dorthin zurückkehren.

Zwei Vorhaben vereint

Unterschrieben: Den Vertrag zur Fuldarenaturierung unterzeichneten – von links – Bürgermeister Uwe Hassl und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke im Beisein von Stadtrat Albert Fernau und dahinter – von links – Helmut Blackert, Bauamtsleiter Patrick Schuster, Ilse Koch, Marc Eidam, Dorothea Bolz und Georg Soldan.

„Es ist uns gelungen, zwei Vorhaben zusammenzuführen, und so die Komplettfinanzierung zu erreichen“, erklärt Lübcke. Dafür sind zwei Bedingungen zu erfüllen: zum einen muss nach der europaischen Wasserrahmen-Richtlinie die Gewässerstruktur ökologisch verbessert werden. Zum anderen muss das Projekt in einem nach der europäischen FFH-Richtlinie ausgewiesenen Schutzgebiet liegen - in diesem Falle ist es das Vogelschutzgebiet Fuldatal zwischen Rotenburg und Nieraula - und die Vogelwelt erhalten werden. „Die geplante Renaturierung erfüllt die Ziele beider Richtlinien“, berichtet Lübcke.

Der Regierungspräsident betont, dass bei allen Umgestaltungsplänen die Bürger eingebunden werden sollen. Bürgermeister Hassl weist darauf hin, dass sich an dieser Schnittstelle Mensch und Natur begegnen. Diese Begrenzung einzuhalten sei eine Herausforderung, die es zu meistern gelte.

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