Religionen auf dem Weg zum Frieden: Podiumsdiskussion in Rotenburg

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Engagiert für den Frieden: Aufführungen von Nathan, dem Weisen und „Das Hohelied der Liebe“ sowie das Jugendprojekt „Die Gedanken sind frei“ mit Flüchtlingen haben schon stattgefunden, jetzt folgt eine Podiumsdiskussion am Sonntag und die Friedensmesse von Karl Jenkins im November.

Rotenburg. Christentum, Islam, Judentum - behindern oder fördern die Religionen den Weg zum Frieden? Diese Frage soll am Sonntag, 16. Oktober, im Bürgerzentrum diskutiert werden.

Die Aufführung der außergewöhnlichen Friedensmesse „The Armed Man“ von Karl Jenkins unter Leitung der Kantoren Eva Gerlach (Rotenburg) und Christian Fraatz (Melsungen) folgt vier Wochen später, am Samstag und Sonntag, 12. und 13. November.

„Krieg soll nicht sein“

Beide Veranstaltungen sind Teil der Reihe „Religionen auf dem Weg zum Frieden“ der Evangelischen Gemeinde Rotenburg, die im Februar begonnen hat. Als Friedensprojekt verstehen die Veranstalter die Reihe, zu der auch Aufführungen von „Nathan, dem Weisen“, das „Hohe Lied der Liebe“ sowie das Chorprojekt „Die Gedanken sind frei“ zusammen mit Flüchtlingen gehörten. Als Schirmherren unterstützen Dekanin Gisela Strohriegl und Bürgermeister Christian Grunwald das Projekt. Es beruft sich auf die Feststellung: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“, die der Ökumenische Rat nach dem 2. Weltkrieg traf.

Der Bürgermeister erklärte, die Kirchengemeinde engagiere sich besonders bei der Förderung des Gemeinwesens, in der Jugendarbeit ebenso wie in der Flüchtlingsarbeit, Kleiderkammer und mit dem Café International. Das Thema der Veranstaltungsreihe und der Diskussion sei spannend und genau das, was die Welt zurzeit bewege. Deshalb habe er die Schirmherrschaft besonders gerne übernommen.

Ins Gespräch kommen 

Man wolle ins Gespräch kommen - auch mit Kritikern, sagt Pfarrer Michael Dorfschäfer. So stand am Anfang die Idee der Aufführung der Friedensmesse. Dieses Werk wurde und wird weiter mit vielfältigen Veranstaltungen umgeben. Dazu gehören in diesem Monat noch eine Predigtreihe und eine Projektwoche an der Jakob-Grimm-Schule.

Die Organisatoren der Reihe möchten auch den vielen Menschen eine Stimme geben, die sich für Flüchtlinge einsetzen, und dafür noch Anwürfen von Rechtspopulisten und Beleidigungen in den sozialen Netzwerken ausgesetzt sind.

Fördern oder behindern Religionen Frieden? 

An der Podiumsdiskussion „Fördern oder behindern Religionen den Weg zum Frieden?“ am Sonntag, 16. Oktober, ab 14 Uhr nehmen Vertreter von Christentum, Judentum und Islam teil. Bewusst haben die Veranstalter für die Diskussion mit dem Bürgerzentrum einen neutralen Raum am Bahnhof gewählt.

Unter der Moderation von Prof. Dr. Erich Geldbach, emeritierter Professor für Ökumene und Konfessionskunde, werden hochrangige Vertreter der drei monotheistischen Religionen der gestellten Frage nachgehen. Es diskutieren Deborah Tal-Rüttger von der Union progressiver Juden in Deutschland, Pröpstin Sabine Kropf-Brandau und Dr. Bilal Farouk El-Zayat, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde Marburg.

Auf einen katholischen Vertreter habe man verzichtet, weil sonst ein christliches Übergewicht entstanden wäre, so berichten Dekanin Gisela Strohriegl und Pfarrer Michael Dorfschäfer. Nach kurzen Statements will man in die Diskussion mit dem Publikum einsteigen. Es schließt sich um 17 Uhr ein Gottesdienst zum Thema Frieden in der Jakobikirche an.

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Quelle: HNA

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