Anzeige am Bahnhof war falsch

Reisende fuhren mit verkehrtem Zug - Anzeige am Bahnhof war falsch

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Böse Überraschung: Ein größere Gruppe von Reisenden ist gestern Morgen in Bebra in den falschen Zug eingestiegen. Nach Aussage der Reisenden war unter anderem die Anzeige am Bahnsteig verkehrt. Korrekt war das Hinweisschild am Kopf des Zuges. Dort stand „Göttingen“. Darauf aber achtet kaum ein Bahnnutzer.

Bebra. Eine böse Überraschung haben Bahnreisende am Mittwochmorgen in Bebra erlebt. Sie wollten um 8.57 Uhr mit dem Cantus in Richtung Kassel fahren.

Der Zug kam und die Reisenden stiegen ein. Die Überraschung folgte nach wenigen hundert Metern: Der Cantus fuhr nicht geradeaus in Richtung Kassel, sondern bog nach rechts in Richtung Göttingen ab.

„Ratlos, konfus, stinksauer“, so beschreibt Bernd Lukacs die Situation der Fahrgäste, die sich im falschen Zug befanden. Nach seinen Angaben waren mindestens 14 Reisende, wahrscheinlich aber mehr als 20 betroffen.

Wie war es dazu gekommen? „Die Anzeige auf dem Bahngleis gab Kassel als Ziel an“, berichtet der Rotenburger. Kurz vor Einfahrt sei auf dem Bahnsteig auch durchgesagt worden, dass der Zug nach Kassel fährt. Dies bestätigen andere Betroffene gegenüber unserer Zeitung.

Was sie nicht wussten: Sie waren in den Zug eingestiegen, der eigentlich schon um 8.32 Uhr Richtung Göttingen hätte fahren müssen. Der aber hatte gut 20 Minuten Verspätung.

„Sechs der Reisenden stiegen dann in Sontra aus und mussten auf den Zug zurück nach Bebra warten“, erzählt der 61-Jährige. Einige Betroffene seien auch weiter Richtung Göttingen gefahren. „Für die Rückfahrt mussten wir dann nichts zahlen“, sagt der Rotenburger immer noch verärgert.

In die falsche Richtung unterwegs war auch Dana Murawski aus Ronshausen. Die 30-Jährige arbeitet bei einer Bäckerei in Rotenburg und ist noch in der Probezeit. Sie machte sich Sorgen, weil sie viel zu spät kam. „Wegen der Verspätung musste ich die Mittagspause durcharbeiten und stehe heute acht Stunden am Stück“, erzählt sie.

Für Bernd Lukacs ist es nicht die erste schlechte Erfahrung mit Cantus-Zügen. So war er im Winter einmal in Bad Hersfeld mit seinem Elektro-Rollstuhl auf dem Bahnsteig stehen gelassen worden.

Ärger gab es in diesem Jahr auch wegen der Besetzung des Stellwerks in Bebra oder dem Zustand der Pendlerzüge. Auch fuhren schon Züge auf einem anderen Gleis ein als angekündigt.

Was die Cantus Verkehrsgesellschaft und die Deutsche Bahn zu dem Vorfall sagen, lesen Sie in unserer gedruckten Donnerstagausgabe.

Von René Dupont

 

Quelle: HNA

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