Tatjana Kröger aus Obersuhl

Reiseabenteuer mit der Eisenbahn: Vom Nordkap bis Kapstadt

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Durch Europa und Afrika vom Nordkap bis zum Kap der Guten Hoffnung: Dieses Mal will Globetrotterin Tatjana Kröger auf eine abenteuerliche Eisenbahnfahrt gehen.

Obersuhl. Tatjana Kröger kann’s nicht lassen: Die Globetrotterin aus Obersuhl ist wieder auf großer Reise. Am 16. Juni stieg sie in den Flieger nach Alta im Norden Norwegens, Ausgangspunkt eines neuen Abenteuers.

Dieses Mal will die 51-Jährige Europa und Afrika in nordsüdlicher Richtung durchqueren - vom Nordkap bis zum Kap der Guten Hoffnung, Luftlinie knapp 12.000 Kilometer. Sie hat sich vorgenommen, die Strecke - ein Teil führt auch über asiatisches Terrain - wenn möglich nur mit der Eisenbahn zurückzulegen, Strecken auf See mit der Fähre.

„Auf meiner geplanten Landroute liegen überall Gleise - allerdings sind nicht mehr alle Bahnlinien in Betrieb“, berichtete sie. Sechs Monate lang wird sie voraussichtlich unterwegs sein. Ihr Rückflug aus Kapstadt ist für den 15. Dezember gebucht.

Auf die Idee dieser ungewöhnlichen Eisenbahnreise hat sie ein guter Freund gebracht - der sich selbst allerdings nicht auf dieses Abenteuer einlassen wollte. Tatjana Kröger ist, wie sie sagt, vom Mythos Eisenbahn fasziniert - schließlich war die Bahn das erste moderne Verkehrsmittel, das den Transport vieler Menschen und großer Gütermengen ermöglichte und damit für einen gewaltigen Umbruch sorgte.

Auf ihren zahlreichen Reisen hat sie schon tausende Kilometer auf Schienen zurückgelegt. Die Obersuhlerin findet es schade, dass in Deutschland in den schnellen Zügen mit ihren Großraumwaggons die Bahnreisekultur verloren gegangen sei.

Allein zu reisen macht ihr nichts aus: „Damit komme ich klar.“ Sie kennt bereits über 100 Länder der Erde und ist gespannt darauf, nun auch den südlichen Teil Afrikas mit eigenen Augen zu sehen. Unterwegs möchte sie Stoff für ein neues Buch sammeln. Ihr erstes Werk mit dem Titel „Das Jahr des Tigers“ hat sie vor wenigen Monaten veröffentlicht. Darin beschreibt sie ihre Reise, die sie 2010 und 2011 unternahm, von Lissabon bis nach Singapur und retour auf dem Landweg.

Mit den Planungen für ihren Trip zum Kap der guten Hoffnung begann sie im August vorigen Jahres, recherchierte im Internet, nahm Kontakt zu Botschaften auf. Außerdem hat sie im Selbststudium Suaheli gelernt, um sich in Ostafrika besser verständigen zu können. Insgesamt beherrscht sie zwölf Sprachen.

Ihre erste Bahnetappe beginnt im norwegischen Narvik, mit der Fähre vom südschwedischen Trelleborg aus wird sie die Ostsee überqueren und dann durch Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Türkei reisen. Von Iskenderun im Süden des Landes geht es erneut mit der Fähre nach Ägypten. Syrien muss sie wegen des Bürgerkrieges auslassen, was sie sehr bedauert.

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Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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