Geräte können im Ernstfall Menschen vor Feuertod retten

Rauchmelder ab 2015 in jeder Wohnung Pflicht

Hersfeld-Rotenburg. Bis zum Jahresende müssen sämtliche Wohnungen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. Die Anschaffung und Anbringung der kleinen Geräte war in privaten Haushalten lange Zeit freiwillig, ist ab dem 1. Januar 2015 aber Pflicht in ganz Hessen.

Bislang galt die Rauchmelderpflicht nur für Neu- und Umbauten. Tanja Dittmar, Kreisbrandinspektorin des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, erklärt, warum ein Rauchmelder im Ernstfall Leben retten kann: „70 Prozent aller Brandopfer sterben nachts in ihren eigenen vier Wänden. 95 Prozent davon sterben aber nicht durch das Feuer, sondern durch eine Rauchvergiftung.“

Das liege daran, dass in der Tiefschlafphase der Geruchssinn des Menschen weitestgehend ausgeschaltet ist. Allein drei bis vier Atemzüge würden ausreichen, um an einer Rauchvergiftung zu sterben. „Hier kommt dann der Rauchmelder zum Einsatz. Er verschafft den Bewohnern eines Hauses im Brandfall die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen“, sagt Dittmar.

Für Jörg Ohletz vom Unternehmen Kuhn Feuerschutz in Bad Hersfeld steht daher fest: „Rauchmelder sind enorm wichtig. Sie gehören in jede Wohnung und helfen dabei, Menschenleben zu retten.“

Ohletz rät daher davon ab, billige Geräte in der eigenen Wohnung zu installieren. Diese könnten nämlich häufiger Fehlalarme auslösen, zudem sei die Anschaffung von neuen Batterien oftmals teurer als das Gerät selbst. „Da muss man sich dann überlegen, ob man einem Rauchmelder sein Leben anvertrauen möchte, der günstiger war als zwei Batterien“, erklärt er.

Eine Überprüfung, ob sich jeder Haushalt an die Rauchmelderpflicht ab dem 1. Januar 2015 hält, ist vom Land Hessen nicht geplant. Kontrollen oder Bußgelder beim Verstoß gegen die neue Vorschrift sind aktuell nicht vorgesehen. ZUM TAGE,

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Von Kevin Hildebrand

Quelle: HNA

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