Zug blieb im Tunnel stehen

ICE-Panne im Kreis Hersfeld-Rotenburg: 700 Reisende mussten umsteigen

Wegen einer Rauchentwicklung ist am Samstag gegen 12.30 Uhr ein ICE im Tunnel Hainrode (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) zum Stehen gekommen. Es kam zu zahlreichen Verspätungen.

Die Ursache für die Rauchentwicklung war laut einem Sprecher der Bundespolizei in Kassel ein technischer Defekt am Triebkopf des Zuges. Verletzte habe es nicht gegeben.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn teilte mit, es habe sich um den ICE 882 gehandelt, der von München nach Hamburg Altona unterwegs war. Demnach hielt der Zug im Tunnel Hainrode wegen einer Rauchentwicklung, konnte jedoch danach aus eigener Kraft den Tunnel verlassen. Der ICE fuhr laut der Bahn-Sprecherin zum Betriebsbahnhof Kirchheim, den er gegen 13.15 erreichte. Dort stiegen die Passagiere in einen anderen Zug um. Der leere, defekte ICE fuhr weiter nach Fulda.

Der Ersatzzug sei gegen 14.45 vor Ort gewesen, sagte ein Sprecher der Technischen Einsatzleitung des Landkreises. Das Prozedere sei sehr schnell gegangen. Die gestrandeten Passagiere wurden mit Wasser und Sitzgelegenheiten versorgt. Die Fahrgäste reagierten gelassen auf die Panne und bedankten sich für die gute Betreuung.

Der Artikel wurde aktualisiert um 20.20 Uhr.

Ein Reporter unserer Zeitung, der am Kirchheimer Bahnhof war, berichtete, dass etwa 700 Passagiere in dem defekten Zug saßen. Viele von ihnen waren nach Hamburg unterwegs, um eine Kreuzfahrt anzutreten. Die Sorge war groß, dass die Ankunft mit dem Ersatzzug nicht mehr rechtzeitig klappt.

Am Abend kam dann die Nachricht, dass es nicht nur die Reisenden aus dem betroffenen ICE, sondern auch Fahrgäste anderer verspäteter Züge auf die Aida geschafft hatten. Die Deutsche Bahn hatte sich dafür mit der Reederei in Verbindung gesetzt, die das Schiff warten ließ, bis alle Urlauber mit extra organisierten Shuttle-Bussen vom Hamburger Hauptbahnhof an der Aida eingetroffen waren.

Im Einsatz waren am Nachmittag unter anderem die Feuerwehren aus Kirchheim und Rotenburg mit dem Einsatzleitwagen 2 sowie die Technische Einsatzleitung mit insgesamt 50 Kräften. Zusätzlich war der Rettungszug Fulda ausgerückt.

Die ICE-Strecke musste im betroffenen Abschnitt für den regulären Verkehr gesperrt werden. Züge wurden umgeleitet. Wie weitreichend die Verspätungen waren, konnte die Sprecherin der Bahn am Nachmittag nicht abschätzen. Auf der Homepage des Unternehmens war aber von "großen Verspätungen in beide Richtungen im Fernverkehr" die Rede.

Der Hainrodetunnel zählt mit einer Länge von 5359 Metern zu den längsten Tunneln der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © TVnews Hessen

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