Kritik an Hessen-Forst

Bebras Bürgermeister Horst Groß beklagt desolaten Zustand des Radwegs

Verschlammt: Der Fernradweg R 1 ist derzeit in keinem guten Zustand. Bebras Bürgermeister Horst Groß sieht Hessen-Forst in der Pflicht, das Gelände unterhalb des Hangs wieder in ordnung zu bringen. Foto: nh

Bebra. Der aktuelle Zustand des Mischelsweges bei Breitenbach erzürnt Bebras Bürgermeister Horst Groß. Der hatte sich im Zuge der Debatte um die Wiederfreigabe dieses Teils des Fernradweges 1 vor Ort umgesehen. 

Nach der Begutachtung kritisiert Groß jetzt Hessen-Forst. „Das, was ich da gesehen habe, hat mich, gelinde gesagt, entsetzt“, erklärte Groß gegenüber der HNA. 

Der Radweg ist seit Monaten gesperrt, nachdem nach schweren Regenfällen Bäume und Steine vom angrenzenden Steilhang auf den Weg gestürzt waren. Mitarbeiter von Hessen-Forst hatten am Hang Bäume gefällt, die ebenfalls umzustürzen drohten, und Gehölze vom Hang gezogen.

Der Bürgermeister beklagt, die eingesetzten schweren Maschinen hätten tiefe Fahrspuren in den Banketten hinterlassen, in den jetzt das Wasser stehe. „Wer da hineingerät, kommt ohne fremde Hilfe nicht wieder heraus“, sagte Groß. Er will wissen, ob Hessen-Forst ernsthaft glaube, er werde die Beseitigung der Schäden auf Kosten der Stadt veranlassen.

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Auf der Fahrbahn des Radweges liege reichlich Schlamm und Dreck, sie sei schlicht nicht benutzbar. Am Fuldaufer türme sich das Restholz, das beim nächsten Hochwasser vermutlich am Wehr in Rotenburg liegen bleiben werde.

Viel stärker noch wiegt Groß’ Befürchtung zu Sicherheitsfragen: Die Aussage von Hessen-Forst-Leiter Dr. Hans-Werner Führer, die Gefahrenherde seien beseitigt, lässt Groß nicht so stehen: Es könnten durchaus noch Äste und Stämme vom Steilhang auf die asphaltierte Fläche rutschen.

Dr. Führer, entgegnet, dass alle erkennbaren Gefahren beseitigt worden seien. Grundsätzlich bestehe immer eine solche Gefahr dort, wo Hänge auf Wege träfen. Deshalb wird nach seinen Angaben zweimal jährlich an solchen Stellen kontrolliert und nötigenfalls eingegriffen.

Groß jedenfalls erwartet kurzfristige Nachbesserung durch die Landesbehörde. „Er sagte: „Erst dauert es monatelang, bis etwas passiert und dann wird die Baustelle in einem unglaublichen Zustand zurückgelassen. So einfach kann man sich nicht aus der Verantwortung stehlen.“

Arbeit nicht abgeschlossen

Dr. Führer wies darauf hin, dass noch gar nicht alles Holz abgefahren sei, dass auch noch Brennholz-Kunden mit Traktoren über den Mischelsweg führen, um Kronholz zu holen. Bevor die arbeiten nicht abgeschlossen seien, habe es keinen Zweck die Fahrbahn zu reinigen. Dr. Führer ist befremdet über die öffentliche Bürgermeister-Kritik. Bisher habe man sich stets über alle Arbeiten mit dem Bebraer Bauhof abgestimmt.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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