DAK-Gesundheitsreport: Krankenstand im Kreis am höchsten

Psychische Probleme nehmen massiv zu

Hersfeld-Rotenburg. Der Krankenstand in den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner ist weiterhin der höchste in ganz Hessen. Das geht aus dem neuen DAK-Gesundheitsreport 2013 wie auch aus ähnlichen Erhebungen der Techniker-Krankenkasse hervor.

Der Krankenstand im Jahr 2012 in beiden Kreisen liegt laut DAK bei 4,8 Prozent, ein Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Konkret heißt das, von 1 000 Versicherten sind 48 an jedem Tag des Jahres arbeitsunfähig. Der Krankenstand in ganz Hessen liegt im Durchschnitt bei 4 Prozent, im Bundesdurchschnitt bei 3,8 Prozent. Grundlage für den Report waren alle Krankmeldungen der rund 15 500 krankengeldberechtigten DAK-Mitglieder in beiden Kreisen (ganz Hessen fast 300 000). Die Zahlen sind somit empirisch belastbar.

Besonders besorgniserregend ist die dramatische Zunahme der psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout, die seit 2004 um 85 Prozent zugenommen haben. Diese Zunahme ist allerdings nicht nur auf Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner beschränkt, sondern ein bundesweiter Trend.

„Wir sind heute nicht mehr, aber anders krank als früher“, sagt Harald Schmidt, Leiter des DAK-Servicezentrums in Bad Hersfeld. So würden etwa Rückenbeschwerden heute häufig als Auswirkung einer seelischen Belastung diagnostiziert. „Man traut sich heute eher als früher, auch über psychische Belastungen im Beruf und in der Familie zu sprechen“, erklärt Schmidt.

Der hohe Krankenstand in beiden Kreisen liege an dem hohen Anteil an körperlich anstrengenden Berufen in der Region. Menschen, die in Bergbau, Landwirtschaft, Handwerk und Logistik arbeiteten, seien häufiger krank als etwa Büroarbeiter. Auch die hohe Zahl der Pendler sei laut Schmidt relevant, weil man sich eher krank melde, wenn man einen weiten Weg zur Arbeit hat. Zum Tage, Seite 2

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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