Auch im Kreis nehmen Depressionen bei jungen Menschen zu

Psyche streikt bei Jugendlichen häufiger

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der depressiven Kinder und Jugendlichen, die in hessischen Kliniken stationär behandelt werden, hat sich in den vergangenen acht Jahren verdreifacht. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist ein starker Anstieg zu verzeichnen. Die Krankenkasse DAK bezieht sich mit diesen Angaben auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes.

Allerdings, so erläuterte DAK-Pressesprecher Claus Uebel, wurde nicht die Gesamtheit depressiver Krankheiten abgefragt, sondern nur die, die unter dem Diagnoseschlüssel „depressive Episode“ laufen. So wurden 2012 768 Fälle unter den Zehn- bis 19-Jährigen registriert.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gibt es keinen niedergelassenen Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Allerdings betreibt das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda in Bad Hersfeld eine Ambulanz. In der Klinik in Fulda werden außerdem junge Patienten stationär sowie teilstationär in zwei Tageskliniken behandelt. Chefarzt ist Privatdozent Dr. Frank Theisen. Das frühere Elisabeth-Krankenhaus im Bad Hersfelder Kurpark wird momentan zu einer weiteren Tagesklinik mit 16 Plätzen umgebaut. Nach Theisens Angaben wurden im vergangenen Jahr stationär rund 120 Patienten behandelt, teilstationär waren es 200 und ambulant über 1000. Die Wartezeiten für einen Platz in der Bad Hersfelder Ambulanz liegen bei etwa sechs bis acht Wochen, erklärte der Chefarzt weiter. Allerdings: Auf Notfälle, wenn etwa ein Kind oder Jugendlicher Selbsttötungsabsichten äußert, wird in der Ambulanz sofort reagiert. Die Betroffenen können in diesen Fällen stationär in Fulda aufgenommen werden.

Dass die Zahl depressiver Kinder und Jugendlicher angestiegen ist, hat nach Dr. Theisens Einschätzung aber auch mit der Statistik selbst zu tun: Es gibt seit wenigen Jahren mehr Behandlungsplätze, und registriert würden nur die Behandelten. Seite 2, Zum Tage

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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