Prozess um Körperverletzung nach hässlichen Szenen im Klinikum Bad Hersfeld

Prügel für den Nebenbuhler

Bad Hersfeld. Erst von zwei herbeigeeilten Krankenschwestern ließ sich im November vergangenen Jahres ein 35-Jähriger aus Friedewald bremsen, der in einem Aufenthaltsraum des Klinikums Bad Hersfeld auf einen Nebenbuhler einprügelte.

Im Prozess vor dem Strafrichter des Bad Hersfelder Amtsgerichts ließ sich der hässliche Vorfall gestern allerdings nicht mit letzter Sicherheit aufklären. Der Friedewalder hatte seine mit einer Magenerkrankung stationär aufgenommene Ehefrau besuchen wollen, als er sie mit seinem drei Jahre jüngeren Rivalen antraf – angeblich lagen dabei ihre Beine auf dem Schoß des Mannes, seine Hände auf ihren Oberschenkeln.

Mit einer „Ausholbewegung“, um beide zu trennen, habe er den gleichzeitig aufstehenden Nebenbuhler erwischt, gestand der Angeklagte vor Gericht. Möglicherweise habe er ihn auch am Kopf getroffen, denn nachher scherzte ihn die Hand. Auf jeden Fall fiel der Getroffene dann über einen Stuhl und lag schließlich am Boden.

Wortlos zugeschlagen

Der Geschädigte selbst und die Ehefrau des Angeklagten – die mittlerweile ganz offen ein Paar sind – schilderten die Szene anders: Demnach sei der Ehemann nach Betreten des Aufenthaltsraums wortlos auf sie zugekommen und habe den 32-Jährigen sofort mit der Faust mehrfach gegen den Kopf geschlagen – bis die Schwestern kamen.

Bei dem Nebenbuhler handelte es sich um einen gemeinsamen Bekannten des Ehepaares aus demselben Ort. Schon die seit dem Sommer 2013 per Handy-SMS gepflegte Freundschaft zu seiner Frau hatte den Ehemann nach einiger Zeit misstrauisch gemacht. Damals seien sie jedoch „nur gute Freunde“ gewesen, beteuerten die beiden Zeugen.

Zwei Wochen nach den Prügeln für ihren Geliebten zog die Frau mit den beiden aus der Ehe hervorgegangenen Kindern aus.

600 Euro Geldauflage

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde das wegen Körperverletzung angestrengte Verfahren jedoch eingestellt, weil dem Friedewalder unter dem Strich nur eine „geringe Schuld“ zuerkannt werden konnte.

Ganz folgenlos blieb die Attacke für den Angeklagten aber nicht: 600 Euro muss er an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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