Projekt im Kunstunterricht: Schüler pflanzen selten gewordene Bäume

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Beim Pflanzen im Wald in der Nähe des Alheimers: Unser Bild zeigt von links Forstwirtschaftsmeister Bernhard Bierwirth, Kunstlehrerin Karin Adam, Eugen Schlecht, Ars Natura-Mitarbeiter, sowie die Schüler Pilar Bommer, Fabian Böger und Florian Schiebelhut.

Rotenburg. Die kaum 30 Zentimeter hohe Tanne braucht im Wald viel Schutz: ein Gitter gegen den Verbiss und zwei hohe Pfosten als Halt. Außerdem, das lernen die Jakob-Grimm-Schüler vom Forstwirtschaftsmeister, muss die Wurzel bis in den Mineralboden reichen, und die Rinde muss frei von Erde sein und atmen können.

Die Pflanzung von selten gewordenen Bäumen und Baumschönheiten ist ein Projekt des Kunstunterrichts an der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule.

Die Oberstufenschüler pflanzten in den vergangenen Wochen zwölf Bäume entlang eines Teilstücks des Kunstwanderweges Ars Natura von Spangenberg über die Metzebacher Höhe nach Rotenburg. Acht weitere, bereits am Wegesrand stehende Eichen, Buchen, Kastanien und Bergahorne werden als besondere Bäume in das Projekt integriert, sodass die Anzahl der als Naturdenkmäler beschilderten Bäume der Anzahl der Kunstwerke entlang dieser Wegstrecke entspricht. Lehrerin Dr. Karin Adam hat die Verwandlung von bestehenden Wanderwegen in Pfade mit Kunstwerken am Wegesrand vor einigen Jahren initiiert.

Inzwischen umfasst der Kunstpfad Ars Natura etwa 250 Kilometer Wegstrecke. Kunstunterricht und Baum-Pflanzungen passen für sie zusammen: "Seit Joseph Beuys, der sich in seiner Arbeit auf einen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsbegriff bezogen hat, gibt es immer wieder Kunstprojekte, die sich unmittelbar auf die Natur beziehen." Es ginge um den Versuch, mit den Mitteln der Kunst für ein nachhaltiges Denken und Handeln aller zu werben. Für die Schüler sei es eine wichtige Bestätigung, einen kleinen, aber zukunftsweisenden Beitrag zur Biodervisität des Lebensraums Wald geleistet zu haben. Das Projekt gehört in den Rahmen der Fortbildung "Mut zur Nachhaltigkeit in Nordhessen des internationalen Bildungszentrums Witzenhausen, an der Dr. Adam teilgenommen hat. Dabei arbeitete die Lehrerin eng mit Hessenforst zusammen.

Christian-Peter Foet, Forstamtsleiter in Melsungen, hielt vor Schülern einen Vortrag über Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft. In Dreiergruppen fuhren die Schüler dann außerhalb der Unterrichtszeit mit ihrer Lehrerin, Forstwirtschaftsmeister Bernhard Bierwirth und Mitarbeitern von Ars Natura in den Wald, um die Bäume entlang des Weges zu pflanzen und so auch ein Denkmal für ihre Schule zu setzen. Denn neun der Bäume werden im Jahr des 90. Geburtstages der Jakob-Grimm-Schule der Schule gewidmet.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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