Projekt der Fachhochschule Erfurt: Studenten machen Bestandsaufnahme in Bebra

+
Unterwegs in Weiterode: Studentinnen der Stadt- und Raumplanung aus Erfurt, von links Christiane Wichtmann, Theresa Hollstein, Mira Evers und Laura Lehmann. Foto: Schankweiler-Ziermann

Bebra. Nichts bleibt den Augen der Studenten verborgen: Sie laufen alle Straßen in Bebra und den Ortsteilen ab, machen sich Notizen, fotografieren die Schulen, Straßenzüge, die Postagentur und die Plätze. 19 Seiten lang ist die Checkliste, die die 60 Studenten in Arbeitsgruppen entworfen haben.

Wie sieht es zum Beispiel mit der sozialen Infrastruktur aus? Gibt es Jugendclubs, in welchem Zustand sind sie?

Oder die Verkehrsinfrastruktur: Fahren Busse, wie sehen die Wartehäuschen aus? Oder: Gibt es viele leer stehende Häuser?

Laura Lehmann und Mira Evers entging nichts bei ihrem Rundgang gestern durch Weiterode. Die beiden Studentinnen der Fachhochschule Erfurt machten zwei Tage zusammen mit über 50 Mitstudenten eine Bestandsaufnahme in der gesamten Stadt Bebra. Die hat sich um eine Förderung im Zuge der Dorfentwicklung beworben und muss dafür ein „IKEK“ erstellen, ein „Interkommunales Entwicklungskonzept“. Gefördert wird nämlich nicht mehr nur ein einzelner Ortsteil, sondern die ganze Kommune soll profitieren. Das IKEK wolle das Rad nicht neu erfinden, sondern an vorhandene Ziele, Projekte und Potenziale anknüpfen, erklärt Prof. Reinhold Ziemke. Beim IKEK helfen nun die Studenten, wobei beide Seiten profitieren. Die Stadt bekommt eine genaue Bestandsaufnahme samt Analyse und Ideen zum Handeln, die Studenten des 2. Semesters Stadt- und Raumplanung lernen in der Praxis. Bebra wurde ausgewählt, so erklärt Zemke, weil die Stadt die richtige Größe für das Semesterprojekt hat, von Erfurt aus gut erreichbar ist, ein IKEK benötigt - und Interesse an der Zusammenarbeit mit der FH hatte. „Die Verantwortlichen waren sehr aufgeschlossen“, berichtet Zemke. Auch seine Studenten freuen sich, dass sie überall angesprochen werden: „Was machen Sie denn hier?“

Wobei eine Befragung der Bevölkerung nicht zum Projekt gehört. Vorinformationen gab es unter anderem vom Bürgermeister, der Stadtverwaltung und den Ortsvorstehern.

Laura Lehmann und Mira Evers wollen vor der öffentlichen Präsentation ihres Konzeptes Anfang Juli noch nicht viel verraten. Ihnen gefällt die Landschaft, gefallen die hübschen Dörfer, schönen Spielplätze. Attraktiv für Familien, aber nicht für Jugendliche. Ungewöhnlich finden die beiden, dass man zum Zahnarzt durch einen Vorgarten läuft. Auch die fantasievollen Dekorationen vor den Häusern fallen ihnen auf.

Seit heute sind sie wieder in Erfurt, aber bis zur Präsentation ihrer Ergebnisse werden sie noch viel Zeit gedanklich in Bebra verbringen. Präsentation am 1. Juli, 19.30 Uhr, Aula des Beruflichen Gymnasiums.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Lesen Sie mehr in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung.

Quelle: HNA

Kommentare