Mitarbeiter von Continental traten am Freitag in den Warnstreik

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Die unbefristete Übernahme von Auszubildenden ist eine der Forderungen der Arbeitnehmer von Continental, die gestern für eine Stunde die Arbeit niederlegten und sich am Werkstor in Bebra zu einer Kundgebung trafen.

Bebra. Am Bebraer Standort des Automobilzulieferers Continental stand Freitagmittag für eine Stunde die Produktion still. Knapp 300 Mitarbeiter waren dem Aufruf der IG Metall Nordhessen und des Betriebsrats gefolgt und versammelten sich am Werkstor zu einer Kundgebung.

Die Geschäftsführerin der IG Metall Nordhessen, Elke Volkmann, hielt eine kämpferische Rede, in der sie die Forderungen der Gewerkschaft nannte: eine Einkommenserhöhung um 6,5 Prozent, die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden nach der Lehre und gleichen Lohn für Leiharbeiter und Festangestellte. Außerdem will die Gewerkschaft eine Mitbestimmung des Betriebsrats bei der Einstellung von Leiharbeitern.

„Die Unternehmen können nicht mehr verschweigen, dass es ihnen gut geht“, rief Volkmann ins Mikrofon. Die Metall- und Elektroindustrie habe in den vergangenen Jahren gut verdient und müsse die Arbeitskräfte jetzt an den Gewinnen beteiligen. Volkmann: „Da ist viel Geld, und das wart ihr, die das verdient haben mit Produktion und Überstunden.“ Volkmann äußerte sich enttäuscht über das unzureichende Entgegenkommen der Arbeitgeberseite: „Die Arbeitgeber wollen den Konflikt gar nicht am Verhandlungstisch lösen.“

Nachdem es in der vergangenen Woche bereits einige Warnstreiks gegeben hatte, kündigte Volkmann eine neue Warnstreikwelle an. Sie wünscht sich ein Tarifergebnis bis spätestens Pfingsten. „Danach ist Schluss mit lustig, dann gehen wir in die Urabstimmung und in den Erzwingungsstreik.“

Elke Volkmann von der IG Metall Nordhessen und Betriebsratsmitglied Jörg Bettenhausen bei der Kundgebung.

Betriebsrats-Mitglied Jörg Bettenhausen ergriff ebenfalls das Wort und widmete sich dem Thema Leiharbeit, das ihm besonders am Herzen liege. Er habe miterlebt, wie vor zwei Jahren ein Kollege von ihm, ein Leiharbeiter, nach zwei Jahren guter Arbeit einfach entlassen wurde.

Bettenhausen akzeptiere zwar, dass in Zeiten von Auftragsspitzen Leiharbeiter beschäftigt würden, aber: „Dann sollen die auch gleich bezahlt werden!“ Er forderte dafür flächendeckende Regelungen, auch wenn es im Moment bei Continental in Bebra keine Leiharbeiter gebe.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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