Preise für Ackerland steigen im Landkreis um 40 Prozent

Hersfeld-Rotenburg. Die Preise für Ackerland im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gestiegen. Kostete ein Quadratmeter im Jahr 2002 noch durchschnittlich 70 Cent, mussten Interessenten im Jahr 2012 95 Cent dafür bezahlen.

Diese Zahlen aus dem Grundstücksmarktbericht nennt Günter Kirchhoff, Fachbereichsleiter Immobilienwarenwirtschaft beim Amt für Bodenmanagement Homberg. Insbesondere in den vergangenen vier Jahren kletterte der Quadratmeterpreis von 75 auf 95 Cent. Kirchhoff vermutet, dass Ackerland wieder als Wertanlage angesehen werde. Dafür spreche auch die relativ hohe Zahl der Verkäufe: Etwa 150 bis 200 Flächen wechseln im Landkreis pro Jahr ihren Besitzer.

Den Grund für Landverkäufe sieht der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel, im Strukturwandel. Während die erste und zweite Generation einer Landwirtsfamilie nach der Betriebsaufgabe die Flächen behalte, fehle den Enkeln oft der Bezug. Wer im Landkreis ein Stück Land erwerbe, wolle es selbst nutzen, Kapitalanleger seien eher die Ausnahme. Vereinzelt in Erscheinung getreten sei ein Bio-Bodenfonds, der Flächen erwerbe und von Bio-Landwirten bewirtschaften lasse.

Eine Rolle spielt laut Diegel auch die Landverknappung durch Bauprojekte. Ein großes Problem für die Landwirte sei, dass zusätzlich Ausgleichsflächen benötigt werden, die der Landwirtschaft verloren gingen. Von Investoren würden in radikalem Stil Grundstücke aufgekauft, um sie für mögliche Ausgleichsmaßnahmen vorzuhalten.

„Wenn sich nichts ändert, gibt es in 20 Jahren keine Flächen mehr zum Bewirtschaften“, ist sich Diegel sicher. Zur Preissteigerung trage auch der Bedarf für den Anbau von Energiepflanzen bei. Besorgniserregend hoch sei die Zahl der Biogasanlagen im Kreis aber noch nicht. (jce)

Quelle: HNA

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