18-jähriger Heinebacher ist im dritten Lehrjahr Auszubildender bei Bäcker Inacker

Im Praktikum entschieden

Gelernt ist gelernt: Keine zehn Minuten hat es gedauert, bis sich flacher Teig in ein Blech voller Croissants verwandelt hat. Patrick Zganec wird bei der Bäckerei Inacker in Heinebach zum Bäcker ausgebildet. Foto: Achim Meyer

Heinebach. Patrick Zganec geht seiner Arbeit ganz ungerührt nach. Aus der Maschine aus lauter Rollen sausen im Fünf-Sekunden-Takt kleine gedrehte Hörnchen, die eben noch dreieckige Teigecken waren. Eine automatische Handbewegung von Patrick verleiht den Hörnchen die fehlende Rundung, die sie zu ungebackenen Croissants macht, dicht gedrängt auf einer großen Platte. Der 18-jährige Heinebacher ist im dritten Lehrjahr Auszubildender bei der Bäckerei Inacker in Heinebach.

Patricks Tag begann mit dem Klingeln des Weckers um halb drei in der Früh. Um drei stand er in der wohligen Wärme der Backstube, wo aus den Öfen die Düfte der frischen Brote dringen.

Die ersten Arbeitsschritte gleichen sich Tag für Tag: Patrick holt den vom Chef vorbereiteten Brötchenteig aus einem großen Kessel, lässt ihn ruhen, bringt die verschiedenen Kastenbrote wie Mehrkorn- oder Roggenbrot in ihre Form, bereitet die Roggenmischbrote vor, schiebt zwischendurch den Teig in die Brötchenmaschine. 1200 normale Brötchen erblicken hier jeden Morgen das Licht der Welt, die Variationen nicht mitgezählt. Immer mittwochs wollen blecheweise Croissants für eine ganze Woche vorbereitet werden.

„Es ist wie um sechs Uhr aufstehen, nur eben früher.“

Patrick Zganec

Gegen acht Uhr wird Patrick eine Frühstückspause machen und dann wieder bis zum Mittag in der Backstube stehen. Das Erstaunliche: Nach der Arbeit legt sich Patrick normalerweise nicht schlafen. Er geht um halb elf ins Bett und hat dann nur vier Stunden Schlaf. Wenn der Wecker den ersten Laut von sich gibt, steht Patrick sofort auf. „Man gewöhnt sich dran“, sagt Patrick. „Es ist wie um sechs Uhr aufstehen, nur eben früher“, erklärt er trocken.

In der Backstube wohlgefühlt

Während der neunten Klasse hatte Patrick sein Jahrespraktikum bei Inacker gemacht. Einmal die Woche stand er in der Backstube und fühlte sich an diesem Ort und unter seinen Kollegen so wohl, dass er nach dem Schulabschluss hier in die Lehre ging. Immer dienstags besucht Patrick die Berufsschule. Hier hat er zuerst Grundkenntnisse über den Umgang mit Lebensmitteln und Hygiene erworben. Patrick lernte Techniken zum Teig-Wirken und Rezepte für Brotteige, Brezeln, Kuchen, Aprikosen- und Marzipanplunder, Amerikaner, Schweineohren, Nussecken und Florentiner.

Bäckerei-Inhaber Lars Inacker, der drei Filialen betreibt und weitere Läden mit Backwaren beliefert, wird Patrick nach Ablauf der Lehrzeit in diesem Jahr übernehmen. Er schätzt, dass Patrick zuverlässig ist und pünktlich. Denn morgens um drei, so Inacker, da könne er sich keinen Ersatz aus der Hüfte schießen.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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