Meisterschaften für Kinder und Jugendliche

Wo die Pompfen fliegen: Jugger-Teams kämpften in Rotenburg

Rotenburg. Teams aus ganz Deutschland sind am Pfingstwochenende in Rotenburg bei den ersten deutschen Meisterschaften für Kinder und Jugendliche im Jugger angetreten. Rotenburg ist eine Hochburg des martialisch anmutenden, aber sehr auf Fairness bedachten Sports.

Als wollten sie sich in eine Schlacht stürzen, stürmen die Jugendlichen aufs Feld. Brüllend treffen sie auf den Gegner. Sie schleudern Kugeln, wirbeln Stäbe durch die Luft. Wer getroffen ist, kniet nieder.

Auf der Georg-Hollender-Kampfbahn wurden am Wochenende die ersten deutschen Meisterschaften für Kinder und Jugendliche in einer Sportart ausgerichtet, die zumindest in Rotenburg schon sehr bekannt ist: Jugger.

Eine Gemeinschaft aus Stadt, Kirche, Schule und Schulsozialarbeit hat den Jugger-Sport vor einigen Jahren in Rotenburg etabliert. Das Ziel: Jugendliche, die sonst nachts mit der Spraydose durch die Straßen zogen, sollten eine Alternative kennen lernen. Was als Projekt zur Kriminalitätsvorbeugung begann, zieht inzwischen immer mehr Kinder und Jugendliche an, die das Juggern nicht mehr lassen wollen.

Fast 20 Teams traten in Rotenburg an, darunter Mannschaften aus Berlin, Hagen, Halle und Schmalkalden. Nur lose organisiert ist die weltweite Juggerszene, und das ist auch Bestandteil des Sports: sich untereinander auf Regeln einigen, auf Fairness achten.

Trotzdem ist ein deutsches Liga-Gremium entstanden, es gibt Wettkämpfe und sogar eine Weltrangliste, die die Rotenburger Erwachsenen-Mannschaft bis auf die vorderen Ränge erklommen hat.

„Armageddon“, „Berserker“, „Jugger Devils“ - martialische Namen geben sich die Jugger-Teams, und sie spielen mit Leidenschaft. Dass das Spiel wie ein Kampf aussieht und die Spielgeräte an Waffen erinnern, gehört zum Reiz. Aber: Jeder Jugger-Spieler, der auf sich hält, nennt die Spielgeräte „Pompfen“ und weiß sie von Waffen genau zu unterscheiden. Auch Felix Schuchardt aus Rotenburg: „Die sind so gut gepolstert, dass man sich nicht verletzen kann.“ Er weiß, worauf es ankommt: Allein könne man nichts erreichen, man muss sich auf die Nebenleute verlassen, um geschützt zu sein.

So wichtig der Spaß und der Fairness-Preis auch sein mögen, auf der Rotenburger Kampfbahn sahen die Zuschauer viel Ehrgeiz. Gerade die Myrmidonen, die Spieler der stärksten Rotenburger Mannschaft, zeigten großen Sinn für Taktik und Geschick im Umgang mit den Pompfen. Aber auch in anderen Städten wird gut gejuggert: Im Finale waren die Rotenburger leider nicht dabei, aber nach einem mitreißenden Spiel um Platz drei verließen die Myrmidonen als Drittplatzierte die Kampfbahn.

Bei den Kindermannschaften belegten The Fighters aus Berlin den ersten Platz. Die Rotenburger Teams Jugg Hunter und Atoxera 2.0 belegten die Plätze zwei und drei.

Bilder von der Meisterschaft

Deutsche Jugger-Meisterschaften in Rotenburg

Bei den Jugendlichen kam Armageddon aus Nürnberg auf Platz eins, gefolgt von Victim aus Rethwisch. Die Rotenburger Myrmidonen belegten Platz drei.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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