Hersfelder Kulturausschuss

Festspiele und Stadtarchiv: Politik im Trippelschritt

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Soll es künftig eine Festspiel-GmbH geben? Das Foto zeigt eine Szene aus dem aktuellen Stück "Krabat".

Bad Hersfeld. Die angedachte Festspiel-GmbH, die Standortsuche für das Stadtarchiv und die Projektliste für den Hessentag 2019 waren die gewichtigen Themen, mit denen sich der Bad Hersfelder Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt hat – und dabei wie schon andere Gremien zuvor Politik im Trippelschritt betrieb.

Denn das Bestreben, die Bad Hersfelder Festspiele organisatorisch und kaufmännisch aus den städtischen Verwaltungsstrukturen herauszulösen, ist im Grunde schon seit dem vergangenen Herbst beschlossene Sache, die von der Stadtverordnetenversammlung beauftragte Kommission jedoch bis heute nicht eingerichtet.

Rechtliche Gründe seien dafür verantwortlich, berichtete Bürgermeister Thomas Fehling, weil der Gedanke, in einer gemeinnützigen Festspiel-Gesellschaft auch das auf Profit ausgerichtete Tourismusgeschäft anzusiedeln, steuerlich problematisch sei.

Fehling konnte immerhin verkünden, dass der Magistrat sich bei der Zusammensetzung der Kommission nun auf folgende Vorgehensweise verständigt hat: Demnach sollen ihr der Bürgermeister und zwei Stadträte, sechs Stadtverordnete sowie vier sachkundige Bürger angehören. Letztere werden durch die Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine und dem neuen Freundeskreis der Festspiele benannt, dazu jeweils ein Steuerberater und ein Rechtsanwalt.

Dies soll jetzt „möglichst zügig“ geschehen, sagte Fehling, der dem Beispiel anderer Festivals folgend die Ausgründung der Festspiele in eine gGmbH favorisiert. Daran gebunden ist die Kommission allerdings nicht.

Ähnlich mühselig geht die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für das Stadtarchiv voran. Die Verwaltung hat jetzt eine Liste mit denkbaren Standorten und einen vom Architekturbüro Otto & Wachtel erstellten Raumplan vorgelegt.

Ob ein Archiv in den geplanten Funktionsbau der Festspiele am Platz des alten Zollhauses integriert werden soll, oder als Anbau an das Gebäude Markt 16 oder in einen Neubau am Kirchtor oder ganz woanders hin, darüber müssen sich die Stadtverordneten jetzt Gedanken machen – vorläufig unabhängig davon, ob auch das Archiv des Landkreises aufgenommen werden soll.

Ein weitere Prioritätenliste betrifft die Projekte, die die Stadt im Hinblick auf ihre Hessentags-Bewerbung für 2019 vorgeschlagen hat. Bei den bisher vorliegenden Vorschlägen vermisste Michael Barth (FWG) allerdings die Stadtteile. Bis nächste Woche ist noch Zeit für Ergänzungen.

Die hatten zwei andere Ausschussmitglieder prompt parat: Thomas Handke (SPD) machte sich für eine Sanierung des städtischen Museums im Stift stark und Hans-Heinrich Jäger (FDP) für die Einrichtung eines Premium-Wanderweges am Tageberg. (ks)

Quelle: HNA

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