Befürworter erneuerbarer Energien reagieren auf wachsende Kritik an Windkraft

„Politik blockiert Wende“

Die Windräder von Solz: Eine Gruppe von Befürwortern der Energiewende , darunter Bürgermeister, Pfarrer und Stromgenossenschaften, sprechen sich für weitere Windkraftanlagen aus. Archivfoto: Dupont

Hersfeld-Rotenburg. Die Befürworter von Sonnenstrom und Windkraft melden sich zu Wort. Nachdem in der Region die Kritik an Windrädern lauter wird, hat sich nun eine Gruppe von Bürgermeistern, Energiegenossenschaften, Umweltverbänden, Klimaschützern und Kirchenvertretern zusammengeschlossen.

Mit einer Erklärung beziehen sie Stellung „gegen die sich ausbreitenden Unwahrheiten zur Energiewende und zur Nutzung von Windkraft in der Region.“ Sie sehen den bisherigen Ausbau der erneuerbaren Energien als wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer unabhängigen Energieversorgung. Auf Druck der großen Lobbygruppen hätten politische Entscheidungen diese Entwicklung zuletzt blockiert und den Strom verteuert.

Viele weitere Windräder

Die Gruppe fordert, die Sonnen- und Windenergie dezentral zu nutzen und in einem intelligenten Netz mit flexiblen Stromverbrauchern wie Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken und Elektroautos so zu kombinieren, dass nur noch wenig fossile Energie aus Gaskraftwerken notwendig ist. „Dazu müssen noch viele weitere Windkraftanlagen, auch in unserer Region, gebaut werden“, heißt es in der Erklärung. Durch die abfallenden Gewinne, Steuern und Arbeitsplätze würde die Region aber wiederum profitieren. Die Energiegenossenschaften wollten diese Entwicklung unterstützen.

Scharf ist die Kritik der Gruppe am Erneuerbaren Energiegesetz (EEG): „Der gravierendste Fehler des EEG ist es, dass sich durch sinkende Strompreise an der Börse die EEG-Umlage verteuert, unabhängig davon, wie viel die Stromerzeugung wirklich kostet.“ Dieser Mechanismus müsse abgestellt werden, fordern die Unterzeichner, die sich darüber freuen, dass die Umlage im kommenden Jahr voraussichtlich erstmals sinken wird. Das zeige, dass sich die Stromerzeugung ohne Rohstoffverbrauch am Markt etabliert habe – bezahlt allein von den Stromverbrauchern.

„Es ist ein Märchen, dass große Kohle- und Atomkraftwerke den benötigten Strom bedarfsgerechter zur Verfügung stellen können als kleinere dezentrale Anlagen, die Sonne und Wind nutzen“, schreibt die Gruppe weiter. Da auch der Stromverbrauch im Tagesverlauf stark schwankt, müssten viele Anstrengungen unternommen werden, um den Verbrauch mit der konstanten Stromerzeugung der Großkraftwerke abzustimmen, bis hin zur nächtlichen Beleuchtung belgischer Autobahnen, um überschüssigen Atomstrom zu verbrauchen.

Die Gruppe fordert zugleich eine Effizienzoffensive, um den Energieverbrauch zu senken. „Dabei stehen aber gerade die Großkraftwerke im Weg, da sie den Umbau zu einem flexiblen Versorgungsnetz blockieren, in dem Anreize zur Energieeinsparung gesetzt werden können.“ Sie seien auch der Grund für den Ausbau der Höchstspannungstrassen, um den Strom über große Entfernungen transportieren zu können. (mcj)

Quelle: HNA

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