Besichtigung der Gedenkstätte

Point Alpha: Besuch lohnt

Information über die deutsche Teilung: Bei Veranstaltungen auf Point Alpha – wie hier am 3. Oktober – kommen mehr Besucher als an normalen Öffnungstagen. Foto: Stefan Sachs

Geisa. In den vergangenen drei Jahren sind weniger Besucher zur Gedenkstätte Point Alpha gekommen als früher. 2010 waren es insgesamt 100 509 Besucher, 2011 etwa 87 800. Für 2012 gibt es noch keine Statistik.

Die Organisatoren gehen aber davon aus, dass es über 80.000 Besucher waren. „2012 gab es keine besonders intensiv beworbenen oder genutzten Angebote. Der Point Alpha Preis wurde nicht vergeben“, stellt Dr. Henning Pietzsch, stellvertretender Direktor der Point Alpha Stiftung dazu fest. Der Rückgang der Besucherzahlen stehe im Kontext eines allgemeinen Rückgangs der Besucherzahlen in den meisten Museen und Gedenkstätten. Konkrete Gründe könnten deshalb momentan nicht genannt werden.

Zwölf Prozent aus Ausland

Eine Fragebogen-Aktion ergab, dass 88 Prozent der Besucher aus Deutschland und zwölf Prozent aus dem Ausland kamen, davon jeweils rund die Hälfte aus EU- und Nicht-EU-Ländern. Bei den Besuchern aus Deutschland kamen 67 Prozent aus den neuen Bundesländern. 53 Prozent der befragten Besucher haben einen biografischen Bezug zur deutsch-deutschen Teilungsgeschichte.

88 Prozent der Besucher waren von der Wichtigkeit der Gedenkstätte als Ort der Vermittlung historischen Wissens über die deutsch-deutsche Teilung und den Kalten Krieg überzeugt. Alle befragten Besucher sagten, sie würden einen Besuch der Gedenkstätte weiterempfehlen.

Mehr Schüler

Während die Gesamtbesucherzahl rückläufig ist, zeigt ein Blick in die Statistik, dass mehr Schüler die Gedenkstätte besuchten: 2010 waren es insgesamt 7296. 2011 wurden 7628 Schüler gezählt. Für 2012 liegen noch keine Abschlusszahlen vor. „Die Entwicklung ist nach erster Sichtung stabil geblieben auf dem Niveau von 2011“, betonte Pietzsch.

Die Statistik zeigt auch deutlich, dass wesentlich mehr Schüler aus den alten Bundesländern die Gedenkstätte besuchten. „Die möglichen Gründe dafür müssten in einer umfassenden Studie verifiziert werden, was wir derzeit nicht leisten können“, so Pietzsch. Die Zusammenarbeit mit den Schulämtern der Landkreise Fulda und Wartburgkreis sei „hervorragend“ - auch in Bezug auf Lehrerfortbildungen, die die Stiftung seit 2012 verstärkt anbiete.

Andererseits seien die Förderbedingungen von Schul- beziehungsweise Klassenfahrten für Gedenkstätten in den Bundesländern sehr unterschiedlich. „Hessen regelt dies aus unserer Sicht vorbildlich. Für Thüringen gibt es keine aktuelle Regelung außer einer aus dem Jahr 2008.“

Kreis zahlt Fahrtkosten

Der Wartburgkreis unterstützt aber auf Grundlage der Kooperation zwischen Schulamt und Point Alpha Stiftung alle Schulen im Kreis hinsichtlich der Fahrtkosten zu Point Alpha. Diese Kosten werden komplett vom Landratsamt des Wartburgkreises übernommen. (red/rey)

Quelle: HNA

Kommentare