Pläne für Windpark - Cornberg macht im Zweifel mit

Rockensüß. Im Einvernehmen mit den Nachbargemeinden Bebra und Rotenburg und zum Wohle ihrer Bürger wird sich die Gemeinde Cornberg an der sich abzeichnenden Nutzung des im Bereich der Franzosenstraße gelegenen Windfeldes „HEF 002“ beteiligen.

Das deutete sich bei der Gemeindevertretersitzung in Rockensüß an. Mit Heinrich Wacker von der Rotenburger Stadtverwaltung und Stephan Heckeroth von den Rotenburger Stadtwerken standen den Parlamentariern die Hauptakteure der von der Fuldastadt schon weit vorangetriebenen Windpark-Planung zur Verfügung. Wacker informierte über den Entwicklungsstand und welche Kriterien bei den anstehenden Einzelfallprüfungen beachtet werden müssen.

Verstecken geht nicht Er bezeichnete es als wahrscheinlich, dass die nutzbare Fläche des Windfeldes aus Gründen des Vogelschutzes schrumpfen werde. Ohne Eingriffe in die Landschaft werde es aber nicht abgehen:

„Bei einer Nabenhöhe von rund 150 Metern und einem Rotorradius von 50 Metern können wir die Windräder nicht in der Landschaft verstecken!“ Stephan Heckeroth erläuterte, wie möglichst viel Wertschöpfung in der Region und damit auch in der Schutzschirm-Gemeinde Cornberg gehalten werden könnte.

Insoweit ging er auf das favorisierte Windflächenmodell ein, das von einem „imaginären Windnutzungsbereich“ ausgeht und das vorsieht, dass 30 Prozent der Pachteinnahmen den Eigentümern der Standorte der Windenergieanlagen zufließen und 70 Prozent der Pachteinnahmen den Eigentümern der Flächen des ausgewiesenen Windfeldes.

„Das Windflächenmodell hat sich bewährt, aber es setzt voraus, dass alle mitmachen. Wenn sich ein Eigentümer verweigert, bleibt die entsprechende Fläche unbebaut.“ Bei der Fragerunde ging Heckeroth auf Formen der Bürgerbeteiligung ein.

Im Raum standen Genossenschaftsmodelle, die vorzugsweise dahingehend „gestrickt“ werden sollen, dass der „Bürgeranteil“ auf bis zu 74,9 Prozent der Anteile der Betreibergesellschaft hochgefahren werden könnte.

Das Rad dreht sich schon Alles in allem standen die Gemeindevertreter den Plänen positiv gegenüber. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, es dreht sich schon“, stellte Parlamentsvorsitzender Achim Scholz fest. Ähnlich sah es auch Bürgermeister Achim Großkurth, der vorschlug, das weitere Vorgehen bei einem für Ende Mai/ Anfang Juni geplanten Waldbegang und im Anschluss in den Ausschüssen zu besprechen.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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