Gemeinden und Behörden beraten erstmals über das Projekt

Pipeline zur Oberweser auf dem Prüfstand

Kassel. Der Kasseler Düngemittelhersteller K+S hat für die Entsorgung der bei der Produktion an seinen Standorten an der Werra anfallenden Kalilauge im Dezember einen Antrag zur Einleitung in die Oberweser gestellt.

Die Antragskonferenz für das dazugehörige Raumordnungsverfahren zum Bau der Pipeline findet am Dienstag, 19. Februar, im Regierungspräsidium in Kassel statt. Dazu eingeladen sind 43 Träger öffentlicher Belange, darunter Gemeinden und Naturschutzbehörden. „Wir wollen feststellen lassen, ob die geplante Leitung mit den Zielen der Raumordnung vereinbar ist. Die Öffentlichkeit wird schon jetzt beteiligt, da ohnehin eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist“, erklärt K+S-Unternehmenssprecher Ulrich Göbel.

Die etwa 140 Kilometer lange Pipeline zur Oberweser soll nach Vorstellung von K+S entlang der Anfang der 90er-Jahre verlegten MIDAL-Erdgastrasse in den Boden gebracht werden. Betroffen wären Philippsthal, Hohenroda, Schenklengsfeld, Friedewald, Ludwigsau und Bad Hersfeld. „Die genaue Führung ist natürlich von den aktuellen Gegebenheiten abhängig. Die Erdgas-Trasse ist ohnehin nur einer von drei Auswahlkorridoren“, sagt Göbel.

Der Unternehmenssprecher geht davon aus, dass K+S am 19. Februar ein großes Paket geschnürt bekommt. So werde es Gutachten zu erstellen geben, ist sich der Unternehmenssprecher sicher. Bis zum eigentlichen Planfeststellungsverfahren, das Bau und Betrieb der Leitung umfasst, ist es dann noch ein weiter Weg.

Zudem werden neben der Leitung zur Oberweser auch Speicherbecken benötigt. Diese müssen in trockenen Sommerperioden bis 3,5 Millionen Kubikmeter Lauge aufnehmen können. „Derzeit suchen wir in Nordhessen nach geeignetem Stauraum. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich der Suchraum bald entlang der gesamten Trasse bewegen wird“, merkt Göbel an. Hintergrund, Zum Tage

Von Mario Reymond

Quelle: HNA

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