Pflichtlektüre für Eisenbahn-Romantiker zum Bahnhof Bebra

Bebra: Dampf- und Dieselloks pausierten im einstigen Schuppen IV mit Segmentdrehscheibe, heute der Lokschuppen II. Am 3. August 1972 warteten kurz vor 11 Uhr die 01 0519, 0526 und 0533 auf die Rückfahrt in die DDR. Foto: K. Koschinski

Bebra. Trotz aller Diskussionen um die historischen Bahnbauten: Von dem, was einst den Eisenbahnknotenpunkt Bebra ausmachte, ist nicht mehr viel übrig. Das wird besonders deutlich in einer Sonderausgabe des Eisenbahn-Journals zur Nord-Süd-Strecke, die sich ausführlich dem alten Bebra widmet.

„Die Bebraner lebten schon zu Kaisers Zeiten mit und vor allem von der Eisenbahn, mehr denn je aber in den 1950er- und 1960er-Jahren. Erst infolge der Teilung Deutschlands wuchsen ursprünglich nicht dafür ausgelegte Strecken zur Magistrale zwischen Nord- und Süddeutschland zusammen.“ - Dies lässt sich nachlesen in einem neuen Sonderheft des Eisenbahn-Journals unter dem Titel „Nord-Süd-Strecke - Hannover - Bebra - Gemünden einst und jetzt“.

Der Autor Konrad Koschinski spricht darin von dem einstigen Eisenbahnknoten Bebra als magischem Ort. Besonderen Raum nimmt in dem Journal die Rolle und Entwicklung dieses Bahnknotens Bebra ein, der in einem eigenen Kapital mit vielen historischen und aktuellen Aufnahmen behandelt wird.

HNA-Lexikon

Die Geschichte des Bahnhofes in Bebra

Neben Kapiteln über die Geschichte der Nord-Süd-Strecke und die zahlreichen Bahnbetriebswerke (das wichtigste davon war das Bw Bebra) widmet sich der Berliner Autor den oftmals bis an die Leistungsgrenzen geforderten Dampflokomotiven und deren Personal. So waren in Steigungsabschnitten häufig Schiebelokomotiven erforderlich. Ein Kapitel widmet sich dem Bahndreieck Distelrasen (Flieden - Elm - Schlüchtern).

Nach dem Krieg war die Strecke Lebensader zur Versorgung der US-Truppen in den amerikanischen Besatzungsgebieten in Süddeutschland und Österreich. Ebenfalls beleuchtet wird die Elektrifizierung und die Ablösung der Dampflokomotiven.

Bis Anfang der 1990er-Jahre waren mehrere Inter- und EuroCity-Züge pro Stunde auf der Strecke über Bebra unterwegs, bedeutende Fernzüge wie der Helvetia, Senator und Blauer Enzian ebenso wie der Alpen-Express und der Italia-Express.

Mit dem Bau und der Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Hannover - Göttingen - Kassel - Fulda - Würzburg wurde nach und nach der gesamte Fernverkehr auf diese Strecke verlagert. Auch die aktuelle Situation im Güterverkehr auf dieser Magistrale wird in dem Eisenbahn-Journal behandelt.

Mitgewirkt hat auch der Bebraer Lokführer Patrick Rehn, der den Autor mit vielen Informationen, besonders zum aktuellen Betrieb, versorgt hat.

Nord-Süd-Strecke, Hannover - Bebra - Gemünden einst und jetzt, Konrad Koschinski, Eisenbahn-Journal 1/2014, DIN-A4-Format, 92 Seiten, 140 Abbildungen, VGB Verlagsgruppe Bahn, ISBN 978-3-89610-387-1, 12,50 Euro. (red/ank)

Quelle: HNA

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