Pflegebedürftige Flüchtlinge werden in Rotenburg betreut

Wertschätzung zeigen: Hessens Sozialminister Stefan Grüttner, Mitte, besuchte am Mittwoch die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Rotenburger Alheimer-Kaserne, um den dort aktiven ehrenamtlichen Helfern zu danken, vor allem aber, um das neue Konzept der Einrichtung vorzustellen. Auf dem Bild links die ehrenamtliche Lesepatin Sandra Leutbecher, rechts Einrichtungsleiter Thomas Baader mit Flüchtlingskindern. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Flüchtlinge, die besondere medizinische und pflegerische Versorgung benötigen, werden ab sofort in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in der Rotenburger Alheimer-Kaserne untergebracht. Somit ist die Einrichtung landesweit die einzige mit einem pflegerischen Schwerpunkt. Das erklärte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner am Mittwoch bei einem Besuch in der Rotenburger Unterkunft.

Die bedürftigen Flüchtlinge werden nach der Erstuntersuchung in Gießen der Rotenburger Einrichtung zugewiesen. 50 sind bereits da, langfristig soll ihr Anteil an der Gesamtbelegungszahl etwa 15 Prozent ausmachen, erklärte der Minister. Derzeit wird der ehemalige Sanitätstrakt der Bundeswehr zu einer Kranken- und Pflegestation umgebaut. In maximal vier Monaten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, erklärte die für die medizinische Betreuung der Flüchtlinge in Hessen zuständige leitende Medizinal-Direktorin Ruth Böhr.

Es werden unter anderem Räume für ambulante Untersuchungen eingerichtet, darunter ein eigener für Kinder. In zwei Räumen sollen Menschen unterkommen können, die besonderer Pflege bedürfen. Der Trakt wird barrierefrei gestaltet. Betreut werden sollen Menschen mit akuten Erkrankungen wie Brüchen oder Erkältungen, aber auch solche mit chronischen Erkrankungen wie Gehbehinderungen. Eine Pflegekraft und eine Pflegehilfskraft werden eingestellt, erklärte Einrichtungsleiter Thomas Baader.

Die Einrichtung ist nicht als Ersatz für Krankenhäuser gedacht. Es gehe nur darum, Rollstuhlfahrern, Patienten mit Luftröhrenschnitten oder wundgelegenen Patienten besondere Pflege zukommen zu lassen, sagte der Minister. Auch weiterhin werden der Einrichtung Flüchtlinge ohne Pflegebedarf zugewiesen.

Aktuell leben 350 Menschen in der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung.

Von Silke Schäfer-Marg

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