Geringerer Ernteertrag lässt Preise für Einstreu steigen

Pferdehalter fürchten schlechtes Stroh-Jahr

Hersfeld-Rotenburg. Viele Pferdehalter werden in diesem Jahr in ihren Ställen das Stroh wohl deutlich sparsamer ausstreuen als üblich. Nach zwei verregneten Erntejahren ist qualitativ hochwertiges Stroh knapp – und damit entsprechend teuer. Besonders betroffen davon sind Pferdebetriebe, die die Einstreu in der Regel nicht selbst produzieren. Auch in diesem Sommer werde die Ernte wohl gering ausfallen, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, Friedhelm Diegel aus Alheim-Erdpenhausen. Wegen der Frostschäden beim Wintergetreide hätten die Landwirte in diesem Frühjahr verstärkt Sommergetreide ausgesät, bei dem weniger Stroh anfalle, oder auf den Flächen Mais angebaut. Hinzu komme der Rückgang landwirtschaftlicher Flächen. Diegel geht davon aus, dass die Preise für Stroh in diesem Jahr weiter steigen.

Ähnlich schätzt auch Kreislandwirt Horst Taube aus Blankenheim die Lage ein. Eine Prognose über die Preisentwicklung in der Region sei jedoch schwierig, da Stroh über die Kreisgrenzen hinweg gehandelt werde. Viele Landwirte seien zudem selbst auf Stroh als Einstreu für ihre Rinder- oder Schweineställe angewiesen. Mit dem Strohverkauf würden Nährstoffe vom Feld abgefahren. Das führe zu erhöhtem Düngeraufwand, sagt Taube.

„Wir haben die Auswirkungen der Strohknappheit schon gespürt“, berichtet Uwe Göbel, der auf seinem Hof in den Bad Hersfelder Fuldawiesen eine Reitschule betreibt. Mit der sogenannten Matratzeneinstreu könne 50 Prozent des Strohaufwandes eingespart werden. Dabei wird der Stall täglich dünn mit Stroh überstreut und nur in größeren Intervallen komplett ausgemistet. Nach einer Untersuchung der Reiterlichen Vereinigung sei das für Pferde nicht schädlich. Zudem rät Göbel allen Pferdehaltern, sich rechtzeitig um Strohlieferanten zu bemühen. ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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