Stefanie Rehm aus Bebra besitzt das Fahrabzeichen der Klasse vier für den Kutschbock

Für die Pferde der Chef sein

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Fahrschülerin: Stefanie Rehm trainiert mit dem erfahrenen Kutscher Bernd Knierim für das Fahrabzeichen der Klasse vier. Auf dem Kutschbock: Stefanie Rehm und Bernd Knierim. Die Zügel hält Stefanie Rehm mit speziellen Lederhandschuhen für Kuscher.

Bebra. Den Pferden ist egal, ob ein Mann oder eine Frau die Zügel hält. Wichtig sei, dass die Tiere die Autorität der- oder desjenigen auf dem Kutschbock spüren. „Man muss für die Pferde der Chef sein“, erklärt Bernd Knierim.

In seinem Bebraer Fahrstall übte Stefanie Rehm für die Prüfung zum Fahrabzeichen der Klasse vier. Sie ist damit die einzige Frau im Bebraer Stadtgebiet mit diesem Kutscher-Zertifikat.

Wenn Stefanie Rehm die Chefin des Gespanns ist, dann hat innerhalb des Gespanns der neunjährige Eddy das Sagen. Er und sein ein Jahr jüngerer Bruder Elrado, zwei schwere Thüringer Warmblüter, ziehen ruckelnd und Seite an Seite die kleine, geländegängige Kutsche am Kesselsberg vorbei in Richtung Gilfershausen. „Ganz fein, sehr schön“, ermuntert Stefanie Rehm die Tiere - langgezogen und leise, so dass ihre Stimme kaum das Schlagen der Hufe und das Quietschen der Achsen übertönt. Die Pferde haben ein feines Gehör. Das meiste hat Stefanie Rehm schon gelernt.

Die Zügel hält sie leicht gespannt. So, erklärt sie bedächtig, halte sie Kontakt zum Pferdemaul. Die Pferde müssen wissen, dass sie da ist. Mit 14 Jahren ist Rehm erstmals geritten, jetzt reizte sie, „enger mit den Pferden zusammenzuarbeiten. Die Feinheiten sind viel größer als beim Reiten“, hat sie festgestellt.

Führung, Haltung und Fütterung stehen auf dem Lehrplan für das Fahrabzeichen. Zu Rehms Gespür für den Umgang mit den Tieren hat sich ein umfassendes Detailwissen gesellt. Allein das Geschirr-Anlegen ist eine Wissenschaft für sich. Die über Kreuz verlaufenden Leinen kennzeichnen die eigentlich für vornehme Anlässe angewandte englische Anspannung.

Eigentlich würde dazu auch eine andere Kutsche gehören - und eine andere Kleidung für den Kutscher. Stefanie Rehm weiß es ganz genau: Sakko, weißes Hemd, weiße Krawatte - und ein hellgrauer Zylinder. Aber Rehm kutschiert ja noch kein Hochzeitspaar. Sie trainiert noch. (zmy)

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Quelle: HNA

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