Mehr als 1000 Gegendemonstranten feiern die Demokratie

Pfeifkonzert für junge Nationale

Hünfeld ist bunt: Zahlreiche Parteien, Jugendorganisationen, wie hier die Pfadfinder und die Schülervertretung des Wigbertgymnasiums, Gewerkschaften, Kirchenvertreter und Vereine aus der ganzen Region protestierten am Samstag in Hünfeld gegen den Aufmarsch der Jungen Nationaldemokraten. Fotos: Zacharias

Hünfeld. Weitgehend friedlich ist am Samstagabend der Fackelzug der Jungen Nationaldemokraten in Hünfeld verlaufen.

Die etwa 80 Neo-Nazis, überwiegend junge Männer, aber auch einige Mädchen und ältere Männer, wurde von einer Gegendemonstration von mehr als 1000 Menschen des Aktionsbündnisses gegen Rechts am Hünfelder Bahnhof mit lauten Pfiffen empfangen.

Lediglich an einer Stelle des Fackelzuges, vor dem Kolpinghaus, kam es zu Auseinandersetzungen mit einer Gruppe linker Jugendlicher, die die Neo-Nazis dort erwartet hatten und angriffen.

Die Polizei, die mit mehreren Hundertschaften – manspricht von 1000 Einsatzkräften – vor Ort war und den Zug begleitete, griff schnell ein und beendete die Scharmützel. Es soll auch einige Festnahmen gegeben haben.

Um ein direktes Aufeinandertreffen der beiden Gruppen zu vermeiden, hatte die Polizei am Bahnhof große Absperrungen erreichtet und einen etwa 300 Meter breiten Sicherheitsbereich zwischen den Gruppen geschaffen. Auf allen Zufahrtsstraßen zum Bahnhof wurde kontrolliert.

Mit Fackeln, Fahnen und Transparenten mit kruden Parolen marschierten die Jungen Nationaldemokraten durch Hünfeld.

Die Stadt Hünfeld hatte versucht, den Aufmarsch der Jugendorganisation der NPD mit einem Verbot zu verhinder. Das Verwaltungsgericht in Kassel hatte den Fackelzug jedoch erlaubt, wenn auch unter strengen Auflagen.
Gegen die Jungen Nationaldemokraten hatte ein breites Bündnis aller demokratischen Parteien, der Kirchen, Gewerkschaften, Vereine und Schulen zu einer Protestaktion aufgerufen, zu der mehr als 1000 Menschen aus der ganzen Region kamen.

Sie machten deutlich, dass Hünfeld lieber bunt als braun sein möchte und dass es in der Stadt keinen Platz für Nazis gibt.

Die Jungen Nationaldemokraten forderten dagegen ihre Freiheit und das Ende der Bundesrepublik.

Von Christine Zacharias

Quelle: HNA

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