Geschichtsverein hält Gedenken an ehemalige innerdeutsche Grenze wach

Pfad und Museum erinnern

Der Grenzlehrpfad: Zu sehen sind unter anderem ein Beobachtungsturm, der Metallgitterzaun, der Kolonnenweg und der Kfz-Sperrgraben. Archivfoto:  Schankweiler-Ziermann

Obersuhl. Das Grenzmuseum in Obersuhl gehört zu den wichtigen Grenzmuseen und Gedenkstätten an der hessisch-thüringischen Landesgrenze. Seit 2005 informiert das Museum eindrucksvoll über die politisch und menschlich schwierige Zeit des geteilten Deutschlands, teilt Hans-Karl Gliem mit, und bezieht sich dabei auf die Berichterstattung im Politikteil der HNA, die das Obersuhler Grenzmuseum in einem Artikel vor einer Woche nicht berücksichtigt hatte.

In verschiedenen Darstellungen erleben die Besucher des Museums den Ausbau der innerdeutschen Grenze von der Demarkationslinie zur Zonengrenze und zum „Eisernen Vorhang“. Ausrüstungsgegenstände von den Grenzsicherungsorganen Ost und West sind ebenso wie ein Grenzrelief, Vitrinen mit Orden und Dienstgradabzeichen zu besichtigen. Auf Wunsch können auf einem Flachbildschirm DVDs über Grenzsperranlagen, über die geschichtliche Entwicklung der Grenze und über die Grenzöffnung im Bereich Wildeck angesehen werden.

„Erinnerungen wachhalten“, unter diesem Motto wurde 2009 während einer Fest- und Gedenkwoche zu „20 Jahren Öffnung der innerdeutschen Grenze“ durch die Stadt Berka/Werra und die Gemeinden Gerstungen, Dippach, Dankmarshausen, Großensee und Wildeck auch ein Grenzlehrpfad eröffnet.

Der 800 Meter lange Pfad beginnt am Ortsende von Obersuhl in Richtung Gerstungen und endet am Grenzmuseum auf der Wache. Acht Schaukästen und Teile von original erhaltenen Grenzsperranlagen (Beobachtungsturm, Kolonnenweg, Kraftfahrzeugsperrgraben, Metallgitterzaun, Grenzmeldenetz) sind zu besichtigen. Auf Tafeln werden dem Betrachter die Stufen des Ausbaus der Grenze erläutert. Die Unmenschlichkeit dieser Grenze und deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen auf beiden Seiten werden deutlich gemacht, erklärt Hans-Karl Gliem. Im vergangenen Jahr haben über 3000 Besucher den Grenzlehrpfad besichtigt, der auch überregional Anerkennung finde.

Neue Tafeln erklären Themen wie die „Grenzübergangsstelle Gerstungen (Bahn)“ oder „Evakuierung im Grenzgebiet der DDR“. (ank)

Öffnungszeiten: Der Grenzlehrpfad ist jederzeit zu besichtigen, das Grenzmuseum an der Straße „Auf der Wache“ im Sommerhalbjahr sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Quelle: HNA

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