Durchsicht der Akten

Personalchef des Kreises bekam selbst eine Zulage

Untreue-Verdacht: Ermittlungen gegen Landrat Schmidt.

Hersfeld-Rotenburg. Der Leiter des Fachdienstes Organisation und Personal beim Landratsamt Hersfeld-Rotenburg zählt selbst zu den sechs Beamten, die womöglich widerrechtlich eine Zulage zu ihrem Sold erhalten haben. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda, Harry Wilke, auf Anfrage.

Er wollte jedoch nicht bestätigen, dass sogar der Löwenanteil der Zulagen direkt an den Personalchef geflossen ist, wie der Kreisanzeiger ohne Angabe von Quellen berichtet hat. Die Ermittlungen gegen Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) und den Personalchef der Kreisverwaltung stünden noch am Anfang, sagte Wilke. Wer welche Zahlungen erhalten hat, werde die Durchsicht der Akten zeigen, die der Staatsanwaltschaft erst seit Kurzem vorliegen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen den Landrat und seinen Personalchef. Sie sollen sechs Beamten mutmaßlich eine bessere Bezahlung zugestanden haben, als es das Beamtenrecht vorsieht. Der Schaden soll 70.000 Euro in sechs Jahren betragen.

Schmidt hatte erklärt, die inzwischen zurückgezogenen Zulagen sollten mehrere junge Beamte entschädigen, die zusätzliche Verantwortung übernommen haben. Das Beamtenrecht sehe Beförderungen und damit eine bessere Bezahlung unabhängig von der Leistung nur alle zwei Jahre vor. (mcj)

Quelle: HNA

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