Ein Kommentar von Karl Schönholtz

Geldwäsche-Prozess: Dummheit schützt vor Strafe nicht

Urteil im Geldwäsche-Prozess: Eine 41 Jahre alte Hausfrau aus dem Werratal ist zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Ein Kommentar.

"Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein – dann ist es auch nicht wahr. Insofern war die Urteilsbegründung der Bad Hersfelder Strafrichterin nachvollziehbar, als sie der Angeklagten ihre völlige Ahnungslosigkeit nicht abnahm.

Wer Päckchen mit einem Wert von um die hundert Euro weiterleitet und dafür 30 Euro Provision plus ein Festgehalt erwartet, der muss den Braten riechen oder in Kauf nehmen, dass auch Dummheit nicht vor Strafe schützt.

Allerdings macht der Fall allzu deutlich, mit welch perfiden Methoden die Mittelsleute geködert werden. Denn nicht nur auf den ersten Blick sah das Job-Angebot seriös aus. Es gab einen ordentlichen Arbeitsvertrag, der auch die Anmeldung bei der Krankenversicherung und die Erstattung von Auslagen vorsah. Die spätere Angeklagte war sogar vorsichtig genug, Erkundigungen über ihren Arbeitgeber einzuholen. Doch das war nicht genug: Misstrauisch hätte sie sein müssen und dem schönen Schein nicht trauen dürfen. Jetzt ist sie schlauer."

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Quelle: HNA

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