Patienten zahlen mehr Geld für Medikamente

Hersfeld-Rotenburg. Viele gesetzlich Versicherte müssen für ihre Medikamente tiefer in die Tasche greifen. Der Grund: Die Krankenkassen haben zum 1. Juli die Erstattungs-Höchstbeträge für Arzneimittel gesenkt, die Arzneimittel-Hersteller hingegen ihre Preise nicht reduzierten.

Das trifft auf 13 Wirkstoffgruppen zu, unter anderem für Mittel gegen Bluthochdruck, Magengeschwüre oder diverse Antibiotika. „Für einige Wirkstoffgruppen gibt es noch keine gleichwertigen Alternativen“, sagt Rolf Heise von der Elch-Apotheke in Bebra. Und das bringt Kunden in Nöte. Denn wenn der Preis, der durch den Hersteller eines Arzneimittels festgelegt wurde, über dem Festbetrag liegt, muss der Patient die Differenz bezahlen. Dabei können Kosten bis zu 100 Euro entstehen. „Dann hat der Patient zwei Möglichkeiten: Bezahlen oder sich vom Arzt auf neue Präparate umstellen lassen“, sagt Heise.

„Das sorgt bei Patienten für Unmut und Unverständnis“, sagt der Sprecher der niedergelassenen Ärzte im Kreis, Martin Ebel. „Doch es sollte keine Panik ausbrechen. Wer die Differenz nicht zahlen will, erhält beim Arzt eine alternative Lösung.“ Jedoch müssten dann die Medikamente komplett umgestellt werden, was nicht immer einfach sei, führt er fort.

Die Apotheker sehen sich unberechtigterweise in der Schusslinie. „Wir müssen uns täglich erklären, obwohl wir ja nichts dafür können“, sagt Apotheker Matthias Holzapfel aus Friedlos. Verantwortlich für die neue Regelung seien die Krankenkassen.

Insgesamt würden zudem nur noch 3000 Arzneien von Zuzahlungen befreit. Zuvor waren es noch 4800. Grundsätzlich fallen für alle verordneten Medikamente Zuzahlungen zwischen fünf und zehn Euro an. Apotheken sind gesetzlich verpflichtet, diese von den Versicherten für die Krankenkassen einzufordern. Zuzahlungsbefreit sind Arzneimittel nur dann, wenn ihr Preis mindestens 30 Prozent unter dem jeweiligen Festbetrag liegt.

Von Nico Beck 

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Quelle: HNA

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