Bad Hersfelder Festspiele

Dirigent Ulrich Manfred Metzger verspricht ein „einmaliges Klangerlebnis“

Vorfreude auf Verdis Requiem in der Stiftsruine (von links): Dirigent Ulrich Manfred Metzger, Eva Naumann (1. Vorsitzende Hessischer Konzert- und Festspielchor), Festspielintendant Dieter Wedel, Heidrun Preuße (2. Vorsitzende des Chors) und Bürgermeister Thomas Fehling. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Das passt wunderbar in die Ruine“, schwärmte Ulrich Manfred Metzger schon gut eine Woche vor der Premiere für Verdis Requiem bei den Bad Hersfelder Festspielen.

Diesen Eindruck nahm der Dirigent und Chorleiter aus der Probenarbeit und einem mehrstündigen Gespräch mit dem Schauspieler Ben Becker mit, der am 6. und 8. August Verdis Musik durch Bibeltexte und Lyrik der Weltliteratur ergänzen und vertiefen wird (siehe auch das Becker-Interview in der HZ vom Mittwoch).

Verdis „schönste Oper ohne Handlung“ (Festspielintendant Dieter Wedel) werde selten gespielt, berichtete Metzger gestern bei einer Pressekonferenz im Stiftspark. Das liege an der großen Besetzung mit einem mehr als hundertköpfigen Chor und einem Orchester mit acht Trompetern.

In der Stiftsruine wird der der noch junge Hessische Konzert- und Festspielchor zu hören sein, in dem viele Sängerinnen und Sänger eine neue Heimat gefunden haben, die bislang bei der „Oper in der Stiftsruine“ des Arbeitskreises für Musik engagiert waren.

In Bad Hersfeld, Marburg und Frankfurt wird derzeit noch getrennt geprobt, aber immer unter Metzgers Leitung, so dass am Ende musikalisch ein harmonisches Ganzes entstehen kann.

Das Karlsbader Sinsonieorchester und die Virtuosi Brunenses aus Brünn machen ebenfalls gemeinsame Sache, Letztere sind mit Bad Hersfeld und der Stiftsruine seit Jahren vertraut.

Zum „einmaligen Klangerlebnis“ (Metzger) sollen auch die vier Solisten beitragen, denen der künstlerische Leiter ein „Niveau wie beim Schauspiel der Festspiele“ bescheinigt. Wie Ulrich Metzger erläuterte, seien „erfahrene Opernsänger, nicht nur Konzertsänger“ verpflichtet worden.

Im einzelnen sind dies Evelina Dobraceva (Sopran), Constance Heller (Mezzospopran) Tobias Schabel (Bass) und Sung Min Song (Tenor), der kurzfristig für einen erkrankten Kollegen eingesprungen ist. Sie alle haben schon an großen Opernhäusdern gesungen und mit namhaften Dirigenten zusammengearbeitet. Außerdem ist ihnen allen Verdis Messa di Requiem bereits vertraut.

Für die Chorsänger berichtete Eva Naumann, die 1. Vorsitzende des Konzert- und Festspielchors, dass Ulrich Metzger es verstehe, die Emotionen des Werkes zu vermitteln. „Für uns Sänger ist das eine Passion“, sagte Naumann.

Dieter Wedel versicherte sich, dass der Chorgesang hier tstsächlich als „unentgeltliche Tätigkeit“ beigesteuert werde und zeigte sich nach Naumanns Kopfnicken verblüfft: „Die singen nur für den Beifall des Publikums. Das ist unzeitgemäß, aber ich finde es toll“.

Wedel ging in diesem Zusammehang auch auf die Dauerfrage nach der Einhaltung des Festspiel-Etats ein und räumte ein, dass man bei dieser personell üppig ausgestatteten Veranstaltung keine Kostendeckung erzielen könne: „Da müssen wir drauflegen, aber dafür sind Zuschüsse da.“

Bürgermeister Thomas Fehling verwies auf die große Bedeutung, die das klassische Musikereignis für die Festspiele habe.

Aufgeführt wird das Requiem am Samstag, 6. und Montag, 8. August, jeweils um 20.30 Uhr in der Stiftsruine. Karten beim Ticket-Service, Am Markt 1, Telefon 06621/640200

Quelle: HNA

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