Wochenendporträt: David Kiefer ist Ehrenamtskoordinator für Arbeit mit Flüchtlingen

Partner der Engagierten

Vor seinem neuen Domizil: David Kiefer, Ehrenamtskoordinator im Zweckverband der Diakonie, hat sein Büro in der Rotenburger Neustadt, im Haus der Diakonie am Kirchplatz. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Wenn man eine neue Arbeitsstelle antritt, für die es keine wirklich vergleichbaren Vorbilder gibt, kann das verunsichern. David Kiefer sieht die Bedingungen seines neuen Jobs eher als Chance an. Seit Anfang des Jahres ist er als Ehrenamtskoordinator zuständig für die Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Alheimer-Kaserne.

Er soll ehrenamtlich engagierten Menschen, allen, die den Flüchtlingen mit ihrem Einsatz helfen wollen, als Ansprechpartner dienen. Und er will Projekte auf den Weg bringen, die den Menschen in der Einrichtung nützen und ihnen Abwechslung bieten. „Im Mittelpunkt sollen die Wünsche und Bedürfnisse der Flüchtlinge stehen“ sagt Kiefer. Das Ganze soll in enger Abstimmung mit der Einrichtungsleitung laufen.

„Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass in der Unterkunft für erste Kontakte ein Begegnungscafé eingerichtet wird“, erklärt er weiter. Von da aus könnten sich die Aktivitäten langsam entwickeln. Die können reichen von Sportangeboten bis hin zu Stadtführungen mit Tipps, wo man was findet.

Dazu braucht der 34-jährige gebürtige Rotenburger eben die Vereine und die ehrenamtlichen Helfer. Beim geplanten Treffen der Vereinsvertreter in der kommenden Woche, zu der die Stadt und ihre Flüchtlingskoordinatorin Carolin Richardt eingeladen haben, wird sich David Kiefer ebenfalls vorstellen.

Seine Arbeit, so sagt er, sei eine Ergänzung zu Carolin Richardts Arbeit. Sie war zwar ursprünglich ebenfalls als Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche gedacht, doch sind die Aufgabenbereiche inzwischen getrennt worden.

David Kiefers Stelle wird wie die von Richardt vom Land finanziert. Er ist allerdings beim Zweckverband der Diakonie angestellt. Die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche ist nicht neu für ihn: Zuletzt war er als Assistent der Studienleitung im zentralen Kirchentagsbüro in Fulda beschäftigt.

Fortbildung in Rechtsfragen

Für das Thema Flüchtlinge und Migration hat er sich bereits in früheren Jahren interessiert, hat zum Beispiel während seines Studiums in Erfurt ehrenamtlich eine afghanische Familie betreut. Außerdem hat er sich in den Bereichen Asyl- und Aufenthaltsrecht fortgebildet. „Ich glaube, dass rechtliches Wissen zur Versachlichung der doch aufgeheizten Stimmung beitragen kann“, sagt Kiefer.

Fortbildungen für ehrenamtliche Helfer anzubieten, kann sich der neue Mann im Haus der Diakonie ebenfalls vorstellen. Zum Beispiel zum Umgang mit traumatisierten Menschen. Einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch der Mitstreiter will er ebenfalls organisieren.

Strukturen aufbauen

Wichtig ist ihm, Strukturen aufzubauen, die über den Tag hinausgehen. Denn die Flüchtlinge sind immer nur vorübergehend in der Kaserne. Die ehrenamtlichen Helfer und ihre Angebote bleiben.

Kontakt: Ehrenamtskoordinationsstelle für die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Rotenburg, David Kiefer, Telefon 06623/ 42313, E-Mail: eak.heae-rof@ekkw.de

Von Silke Schäfer-Marg

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